Georg Eisenreich (CSU) spricht., © Tobias Hase/dpa/Archivbild

Prävention von Sexualstraftaten: Therapieangebot erweitert

Bayern hat das Therapieangebot zur Prävention von Sexualstraftaten gegenüber Erwachsenen erweitert. «Mit dem Projekt «I can change» verbessern wir die therapeutische Versorgung weiter. Dadurch leisten wir einen Beitrag, um Sexualstraftaten zu verhindern», sagte Justizminister Georg Eisenreich (CSU) am Mittwoch. Durch das neue Projekt könne nun auch Menschen mit Problemen bei der sexuellen Impulskontrolle und mit sexuellen Gewaltfantasien gegenüber Erwachsenen eine kostenlose, anonyme und schweigepflichtgeschützte Behandlung angeboten werden.

Das Projekt ist bei der Sozialstiftung Bamberg angesiedelt, dort läuft seit Jahresanfang bereits das Projekt «Hellfeld». Dieses richtet sich an Menschen mit laufenden Verfahren wegen Sexualstraftaten an Kindern oder Konsums von Abbildungen schweren sexuellen Kindesmissbrauchs. Auch das bundesweite Präventionsnetzwerk «Kein Täter werden», das Menschen, die sich sexuell zu Kindern hingezogen fühlen, behandelt, wird in Bamberg angeboten.

Eisenreich bezeichnete das neue Projekt, das es bereits seit April gibt, als wichtige Ergänzung. «Durch die Übertragung des Therapiekonzepts können wir die bestehenden Strukturen nutzen und bei der Prävention von Synergieeffekten profitieren.»

Ralf Bergner-Köther, Psychologischer Psychotherapeut und Leiter des Präventionsprojekts sagte, dass sich sexuelle Übergriffe meist bereits vorher in Fantasien anbahnten. «Wir versuchen mit den potenziellen Tätern und Täterinnen enthemmende Faktoren zu identifizieren und mit psychotherapeutischen Mitteln aufzulösen. So können wir sexuelle Übergriffe und Vergewaltigungen verhindern, bevor sie in der Realität stattfinden.»