Gerhard Polt bei einer Vorstellung., © Peter Kneffel/dpa/Archivbild

Polt: Geschichte der Päpste guter Filmstoff

Der Kabarettist, Filmemacher und Autor Gerhard Polt begeistert sich seit der Corona-Pandemie für die Geschichte der Päpste – und sieht darin filmreifen Stoff. Ein junger Filmemacher, der einen Film machen wolle, der spannend sei und auch etwas über die Zeit sage, könne in diese Zeit der Päpste im Mittelalter gehen, sagte Polt, der in seinen Auftritten auch die katholische Kirche gern aufs Korn nahm. Polt hatte sich in den diversen Lockdowns durch die Geschichte der Päpste gelesen.

Da sei alles drin: Blut, Kriminalität, List, Arglist, Heuchelei, sagte der vielseitig begabte Künstler. Da gebe es Ämterkauf – ein siebenjähriges Kind sei zum Kardinal ernannt worden. «Das kann man sich nicht vorstellen. Aber das wäre Filmstoff.»

Auf Papst Benedikt XVI., den Polt mehrfach und mit großer Überzeugungskraft akzentbehaftet italienisch sprechend imitierte, blicke man nach den Vorwürfen des Missbrauchsgutachtens anders. «Wenn ich das damals gewusst hätte, dann hätte ich natürlich auch noch einmal andere Aspekte mit aufblitzen lassen. Aber das war ja nicht bekannt.»

Der gebürtige Münchner Polt, der in dem katholischen Wallfahrtsort Altötting aufwuchs, war evangelisch getauft und wurde später katholisch gefirmt. In seiner Zeit habe es in Altötting überhaupt keine Evangelischen gegeben, da habe man ihn halt katholisch gemacht, sagte er früher einmal. Am Samstag (7. Mai) wird Polt 80 Jahre alt.