© Hauke-Christian Dittrich

Polizeistatistik Forchheim 2020: mehr Straftaten – weniger Verkehrsunfälle

So lassen sich die Forchheimer Kriminal- und Verkehrsstatistik zusammenfassen.

 

Die kleine Zahlenexplosion bei den Verbrechen in Forchheim lässt sich laut Polizei auf eine Betrugsserie zurückführen. Allein einem Täter konnten im vergangenen Jahr 72 Online Betrugsfälle nachgewiesen werden. Überhaupt gibt es immer mehr Internet- und Computerbetrügereien. Allerdings schlagen hier die Ermittler immer erfolgreicher zu und klären fast alle Fälle auf. Bei den Verkehrsunfällen stehen die Kleinunfälle ganz oben, allerdings gab es im Jahr 2020 auch zwei Verkehrstote.

Die meisten Verkehrsunfälle gab es in Forchheim, gefolgt von Eggolsheim und Neunkirchen am Brand

 

Hier die Presseinfo und die genauen Zahlen der Forchheimer Polizei:

 

Kriminalstatistik

 

Im Schutzbereich der PI Forchheim wurden im Jahr 2020 insgesamt 2.568 Straftaten registriert. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einem Anstieg von 189 Fällen oder +7,9 Prozent. Damit liegt das Straftatenaufkommen im 10-Jahresvergleich insgesamt wieder leicht über dem Durchschnittswert (2.542). Der Anstieg ist unter anderem einer Betrugsserie zuzurechnen, bei welcher einer Person insgesamt 72 Online-Betrugsfälle nachgewiesen werden konnten sowie der allgemeinen Zunahme der Straftaten im Bereich der Internet-Kriminalität.

 

Die Häufigkeitszahl (HZ) beschreibt als Sicherheitsfaktor das Verhältnis der bekannt gewordenen Straftaten pro hunderttausend Einwohner. Eine Gegenüberstellung der Zahlen (hier ohne ausländerrechtliche Verstöße) zeigt, dass im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Forchheim dieser Wert mit 3.303 Straftaten pro hunderttausend Einwohner deutlich unter dem oberfränkischen Wert von 4.542 liegt. Der bayernweite Durchschnitt liegt bei 4.291. Noch mehr an Bedeutung gewinnt der Wert der PI Forchheim bei Betrachtung der Nachbarstädte Erlangen und Bamberg. Im Jahre 2020 wurden in Erlangen 4.704 Straften und in Bamberg 8.365 Straften pro hunderttausend Einwohner registriert.

 

Mit aktuell 71,8 Prozent konnte das hohe Niveau der Gesamtaufklärungsquote gegenüber dem Vorjahr (71,9 Prozent), trotz einer Zunahme des Straftatenaufkommens um 7,9 Prozent, nahezu wiederholt und gehalten werden.

 

Bei Betrachtung der Aufklärungsquote liegen die 71,8 % der PI Forchheim zwar unter dem Wert des Präsidialbereiches Oberfranken mit einer Aufklärungsquote von 73,5 Prozent, allerdings noch deutlich über der bayernweiten Aufklärungsquote von 68,1 Prozent.

 

Mit Blick auf ausgewählte Deliktsfelder stellt sich die Situation wie folgt dar:

 

Im Jahr 2020 registrierte die PI Forchheim im Bereich der Gewaltkriminalität – dazu gehören u. a. Raub, Bedrohung, Nötigung und insbesondere die Körperverletzungsdelikte – 504 Straftaten und somit einen Rückgang von 20 Fällen gegenüber 2019. Bei einer gleichzeitigen Aufklärungsquote von 92,9% konnte hier beinahe jede Tat geklärt werden. Mit insgesamt 376 Fällen sind fast drei Viertel dieses Deliktsbereiches Körperverletzungen.

 

Bei den gefährlichen und schweren Körperverletzungen im öffentlichen Raum ist ein leichter Rückgang von 25 Fällen im Jahre 2019 auf nun 24 Delikte zu verzeichnen. Im Jahre 2018 waren in diesem Bereich noch 47 Delikte zu verzeichnen.

 

Auch im Deliktsbereich Diebstahl ist erfreulicherweise ein Rückgang der Fallzahlen zu verzeichnen. Die Zahl der Diebstahlsdelikte sank von 570 auf 511 Fälle. Das entspricht einem Rückgang von über 10%.

 

In nahezu allen Facetten des Diebstahls sind dabei rückläufige Fallzahlen zu vermelden. Die Anzahl der Fahrraddiebstähle sank um 18,6% von 140 auf 114 Fälle, die Anzahl der Ladendiebstähle sank um 9,6% von 136 auf 123 Fälle. Während über 90% der Ladendiebstähle geklärt wurden, gestaltet sich die Ermittlungsarbeit beim Fahrraddiebstahl deutlich schwieriger. Dennoch konnte auch hier jede vierte Tat geklärt werden.

 

Im Bereich des Wohnungseinbruchdiebstahls sind nach sehr niedrigen Fallzahlen in den Vorjahren (2017: 17, 2018: 5, 2019: 11) wieder steigende Fallzahlen zu berichten. Mit insgesamt 25 Wohnungseinbruchdiebstählen bewegt sich die Fallzahl wieder auf dem Niveau der Jahre 2014 bis 2016.

 

Der Betrugssektor sticht mit einem Zuwachs von 132 Taten auf nunmehr 326 Fälle leider negativ ins Auge. Wenngleich hier auch eine Serie von 72 Online-Betrugsfällen die Zahlen nach oben treibt, ist in diesem Deliktsfeld ein negativer Trend zu erkennen. Insbesondere im Bereich der Internet- und Computerkriminalität sind die Zuwächse hoch. So stieg die Zahl beim sog. Computerbetrug von 18 auf 95 Fälle. Die hohe Aufklärungsquote von 84,4% beim Betrug insgesamt und von 95,8% beim Computerbetrug sind erfreulich, zeigen aber trotzdem, dass man „im Netz“ immer vorsichtig unterwegs sein sollte.

 

Dass das Internet immer mehr genutzt wird, zeigt auch die Zahl der Online-Anzeigen, die bei der PI Forchheim im vergangenen Jahr eingingen. Nach deren Einführung im Jahr 2018 hat sich die Zahl der Online-Anzeigen 2020 im Vergleich zum Vorjahr fast verdreifacht. In 114 Fällen nutzten die Bürgerinnen und Bürger dieses Format zur Anzeigenerstattung.

 

Im Jahr 2020 waren außerdem 364 (+59 im Vergleich zum Vorjahr) Sachbeschädigungen zu verzeichnen. Die Zahl der Rauschgiftdelikte lag bei 174 (+ 24 im Vergleich zum Vorjahr) Fällen, von denen 96% aufgeklärt werden konnten.

 

 

 

Verkehrsstatistik

 

Nach einem leichten Anstieg der gemeldeten Verkehrsunfälle im Bereich der PI Forchheim zwischen 2017 und 2019 gingen diese 2020 stark zurück.

 

Im Vergleich zu 2019 sank die Unfallbelastung 2020 merklich um 240 Fälle (-13,25%) auf insgesamt 1.571 Verkehrsunfälle. Im Schnitt ereigneten sich im Bereich der PI Forchheim 4,3 Unfälle pro Tag.

 

Der überwiegende Anteil der Verkehrsunfälle bewegt sich mit 861 im Bereich von Kleinunfällen. Bei 463 Unfällen handelte es sich um schwerwiegende Unfälle (eine Anzeige zur Folge haben). Bei 247 Verkehrsunfällen kamen Personen zu Schaden. Leider hatte die PI Forchheim auch 2 Verkehrstote zu beklagen.

 

Mit großem Abstand waren die meisten Verkehrsunfälle  in Forchheim (843), gefolgt von Eggolsheim (161) und Neunkirchen am Brand (107) zu verzeichnen.

Bei insgesamt 26 Verkehrsunfällen wurde Alkoholeinfluss bei den Unfallverursachern festgestellt. Die Gesamtzahl verringerte sich somit gegenüber 2019 (28) leicht. In den letzten 5 Jahren gab es erfreulicherweise keine Toten durch alkoholbedingte Verkehrsunfälle.

 

Von den 26 alkoholisierten Unfallverursachern waren 18 mit dem Pkw unterwegs, 7 mit dem Fahrrad und einer mit einem Pedelec.

 

Bei 2 Verkehrsunfällen wurde Drogeneinfluss als Unfallursache festgestellt.

 

In 54 Fällen wurden Verkehrsteilnehmer wegen folgenloser Trunkenheitsfahrten zur Anzeige gebracht. Hier ist im Vergleich zum Vorjahr (60) ein Rückgang bei einer hohen jährlichen Schwankungsanfälligkeit zu verzeichnen. Die Anzahl der  folgenlosen Drogenfahrten erhöhte sich jedoch im Gegensatz zu 2019 von 18 auf 28.

 

Bei 9 Personen konnte noch vor Fahrtantritt die Begehung einer Fahrt unter Alkoholeinfluss verhindert werden.