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Polizei stoppt Krankentransport mit Herzpatient an Grenze

Füssen (dpa/lby) – Wegen der Corona-Kontrollen an der deutsch-österreichischen Grenze ist ein Krankentransport mit einem Herzpatienten eine halbe Stunde aufgehalten worden. Die deutschen Behörden sind wegen des Vorfalls von Seiten der Österreicher scharf angegriffen worden. Sowohl das dortige Rote Kreuz als auch die Präsidentin des Tiroler Landesparlaments, Sonja Ledl-Rossmann, kritisierten, dass die bayerischen Grenzpolizisten den Krankenwagen nicht durchfahren ließen.

Für die Beamten sei nicht zu erkennen gewesen, dass es sich um einen Notfall handelte, erläuterte das Polizeipräsidium in Kempten am Donnerstag. Sonst wäre anders entschieden worden. Zu dem Zwischenfall sei es bereits am 9. März gekommen, erläuterte der Sprecher des Präsidiums. Der Patient sollte von Tirol ins Herzzentrum nach Füssen im Ostallgäu gebracht werden.

Laut der bayerischen Polizei kam der Krankenwagen ohne Blaulicht und Martinshorn an die Grenze bei Füssen. Der Fahrer habe keinen vorgeschriebenen Corona-Test gehabt und erklärt, es handele sich um einen gewöhnlichen Krankentransport von Reutte nach Füssen. Deswegen hätten die Beamten den Transport zunächst nicht durchgelassen. Es sei keine Eilbedürftigkeit erkennbar gewesen.

Nach einem Bericht der «Tiroler Tageszeitung» kam der Patient deswegen erst mit 30-minütiger Verspätung in die Klinik und wurde dann umgehend operiert. Parlamentspräsidentin Ledl-Rossmann sagte, es sei eigentlich alltäglich, dass sich Menschen aus der Tiroler Region Außerfern in Füssen am Herzen behandeln ließen. «Wenn Deutschland jetzt auch akute Rettungseinsätze verunmöglicht, schlägt das dem Fass den Boden aus.»

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