© Britta Pedersen

Politologin: Maskenaffäre hat toxisches Potenzial für Union

Tutzing (dpa/lby) – Die Maskenaffäre könnte CSU und CDU aus Sicht der Politologin Ursula Münch massiv schaden. «Die derzeitige Kombination aus der Bereitschaft mehrerer Abgeordneter, sich persönlich an der Krise zu bereichern, sowie dem staatlichen Missmanagement bei der Corona-Bekämpfung birgt für die gesamte Union toxisches Potenzial», sagte die Direktorin der Akademie für politische Bildung im oberbayerischen Tutzing der «Augsburger Allgemeinen» (Samstagausgabe).

Die Affäre werde irgendwann in Vergessenheit geraten, meinte Münch. Dennoch könnte der Eindruck entstehen, die Wirtschaftskompetenz von CDU und CSU «äußere sich vor allem in der Aufgeschlossenheit einzelner Abgeordneter gegenüber lukrativen Nebeneinkünften».

Die CSU habe ihre eigenen Leitlinien nicht ernst genug genommen. «Es genügt eben nicht, einen Verhaltenskodex zu verankern. Man muss ihn auch kontinuierlich durchsetzen – auch gegen Widerstände», erklärte die Politologin. «Ich sehe das Problem darin, dass man so manches nicht nur hingenommen, sondern womöglich auch gutgeheißen hat – zum Beispiel den Karrierismus, der in der Jungen Union sehr verbreitet ist.»

Seit Wochen sind die Unionsparteien, insbesondere die CSU, wegen der Maskenaffäre in den Schlagzeilen. Mehrere Abgeordnete sollen im Zusammenhang mit Geschäften für Corona-Schutzmasken hohe Geldbeträge kassiert haben. Die Münchner Generalstaatsanwaltschaft ermittelt auch in diesem Zusammenhang.

© dpa-infocom, dpa:210320-99-900847/2