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Politischer Aschermittwoch im Zeichen der Europawahl

Passau/Vilshofen (dpa/lby) – Knapp drei Monate vor der Europawahl bringen sich die Parteien auf dem politischen Aschermittwoch für den Wahlkampf in Stellung. Wie in jedem Jahr treten am Vormittag zahlreiche Spitzenpolitiker mehr oder weniger zeitgleich vor ihren Anhängern auf – Fernduelle der besonderen Art sind also gewiss.

Bei der CSU in Passau will neben Neu-Parteichef und Ministerpräsident Markus Söder der gemeinsame Spitzenkandidat der Europäischen Volkspartei, CSU-Vize Manfred Weber, sprechen. Im Falle eines guten Abschneidens bei der Europawahl darf sich Weber berechtigte Hoffnungen auf den Posten des EU-Kommissionspräsidenten machen.

Bei der SPD spricht unter anderem Bundesjustizministerin Katharina Barley, die auch deutsche Spitzenkandidatin für die Europawahl ist. Bei den Grünen tritt unter anderem Parteichefin Annalena Baerbock auf, bei der AfD Jörg Meuthen, bei der FDP Nicola Beer und bei der Linken Klaus Ernst. Bei den Freien Wählern spricht der Vorsitzende Hubert Aiwanger – erstmals als bayerischer Wirtschaftsminister. CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer tritt – wie in den Vorjahren Kanzlerin Angela Merkel – am Abend im mecklenburgischen Demmin auf.

Der politische Aschermittwoch feiert in diesem Jahr seinen 100. Jahrestag: 1919 hatte der bayerische Bauernbund anlässlich des Viehmarkts im niederbayerischen Vilshofen erstmals zu einer Kundgebung geladen – das Politspektakel war geboren. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der politische Aschermittwoch von der Bayernpartei wiederbelebt, bevor die CSU und auch alle anderen Parteien folgten.