Hummel-Porzellanfiguren stehen in einer Vitrine im geschlossenen Berta-Hummel-Museum., © Armin Weigel/dpa/Archivbild

Planungen für neues Berta-Hummel-Museum kommen voran

Die Porzellanfiguren der niederbayerischen Künstlerin Berta Hummel (1909-1946) sind weltweit bekannt. Künftig sollen die Werke – rund 3500 Figuren, 1200 Bilder sowie zahlreiche persönliche Gegenstände – auch wieder öffentlich zu sehen sein. Auf dem Gelände des Freilichtmuseums Massing (Landkreis Rottal-Inn) wird ein neues Berta-Hummel-Museum gebaut. Jetzt stehen erste Details zum Museumskonzept fest. Eigentlich hätte schon 2020 Baubeginn sein sollen, was sich jedoch unter anderem wegen Corona verzögert hatte.

Bei einer Sitzung des Zweckverbandes niederbayerischer Freilichtmuseen am Donnerstag in Deggendorf stellte Timm Miersch, Leiter der Freilichtmuseen Massing und Finsterau, die Pläne vor. Demnach soll es eine Dauerausstellung und zwei Sonderschauen im Jahr mit Gastkuratoren geben.

Für die Dauerausstellung sind vier inhaltliche Schwerpunkte geplant: die Biografie der Künstlerin, ihre künstlerische Entwicklung, Berta Hummel in Massing und die Hummel-Figuren. Bei den Sonderausstellungen sollen die Themen abstrakter werden und auch Anknüpfungspunkte zu den Freilichtmuseen haben, die das bäuerliche Leben der vergangenen Jahrhunderte nachzeichnen, so Miersch. «Wir wollen kein Kunstmuseum schaffen, das mit dem Freilichtmuseum nichts zu tun hat, sondern beides eng verzahnen.»

Für den Neubau und die Inventarisierung der Werke, die die Familie den Angaben nach 30 Jahre lang als Dauerleihgabe zur Verfügung stellt, ist vom Zweckverband ein Kostenrahmen von 3,6 Millionen Euro beschlossen worden. Die ersten 1,3 Millionen Euro sind im Haushalt 2023 enthalten. Der genaue Baubeginn ist nicht bekannt.

Die Nachfahren der Künstlerin hatten das Berta-Hummel-Museum Ende 2019 nach 25 Jahren geschlossen. Das Museum war im Geburtshaus Hummels untergebracht. Die Familie habe das Museum in den letzten beiden Betriebsjahren mit rund 200.000 Euro bezuschusst, hatte Neffe und Museumsleiter Alfred Hummel den Schritt damals begründet. Das wäre auf Dauer nicht finanzierbar gewesen.

Berta Hummel, die als Ordensfrau den Namen Maria Innocentia trug, hat nicht nur Porzellanfiguren, sondern auch Zeichnungen und Gemälde hinterlassen.