Nürnberg: Vitesco baut bis zu zwei Drittel der Stellen ab

Der Autozulieferer Vitesco baut an seinem Nürnberger Werk bis zu zwei Drittel der Stellen ab. Der Aufsichtsrat stimmte dem entsprechenden «Zukunftskonzept» am Dienstag zu, wie der Regensburger Konzern mitteilte. Von den bislang 1160 Arbeitsplätzen werden demnach bis 2026 bis zu 810 wegfallen. Der Aufsichtsratsvorsitzende Siegfried Wolf und sein Stellvertreter Ralf Schamel von der IG Metall sprachen von «sehr schmerzhaften» Einschnitten. «Ohne das nun gebilligte Konzept wären die Konsequenzen aber mittel- und langfristig noch viel drastischer gewesen.» Vitesco sicherte zu, dass der Stellenabbau so sozialverträglich wie möglich umgesetzt werden soll.

Das Unternehmen argumentierte, dass das Werk Nürnberg mit dem neuen Konzept langfristig wettbewerbsfähig aufgestellt werde. «Somit wird Produktion in Deutschland verbleiben.» Die Zahl der Beschäftigten werde durch die Ansiedlung von Zukunftstechnologien im Werk auf einem Mindestniveau von 350 oder mehr gehalten. In den nächsten zehn Jahren seien mehr als zehn Millionen Euro an Investitionen geplant.

Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) forderte zeitnahe Weiterqualifizierungen und neue Job-Angebote für die Betroffenen. Zudem solle Vitesco die angekündigte Konsolidierung zügig umsetzen und Zukunftstechnologien rasch ansiedeln. Das Ministerium werde die Neuausrichtung nach Kräften unterstützen. «Dazu sind wir schon länger in Kontakt mit Vitesco.»