© Daniel Karmann

Christkindlesmärkte in Nürnberg und Augsburg finden statt

Nürnberg (dpa/lby) – Die Christkindlesmärkte in Nürnberg und Augsburg sollen auch angesichts steigender Corona-Infektionszahlen stattfinden, in München zögert man noch mit einer Entscheidung. «Es gibt deutlich mehr Platz. Wir wollen Gedränge und Zusammenballungen vermeiden», sagte der Nürnberger Wirtschaftsreferent Michael Fraas am Montag bei der Vorstellung der Pläne für den weltberühmten Markt in der Stadt. Die Planungen gälten für die derzeitigen Vorgaben der Staatsregierung, betonte er.

Anders als sonst sollen die Buden nicht nur auf dem Hauptmarkt stehen, sondern auf vier Plätze in der Altstadt verteilt werden. Auf ein Bühnenprogramm und Auftritte des Christkinds wird in Nürnberg verzichtet. Glühwein soll es nur in eigenen Gastrobereichen abseits der anderen Buden geben, in die nur Geimpfte und Genesene dürfen.

Der Nürnberger Markt sei ein ganz klassischer Warenmarkt und keine Partyzone, es gebe kein «großes Betrinken», sagte Fraas. Von den 135 Ständen in diesem Jahr werden in 117 Christbaumschmuck, Kunst, Spielwaren oder Lebkuchen verkauft, nur an sieben soll es Glühwein geben. «Es ist ein kontrolliertes Geschehen an der frischen Luft», sagte er. Das sei allemal besser, als wenn sich das Geschehen in private Räume zurückziehe. Der Markt hat im Vergleich zu 2019 ein Viertel weniger Buden und umfasst eine fast dreimal so große Fläche.

Auch in Augsburg wurden am Montag die Pläne zum Markt in der Stadt vorgestellt: Er soll laut Medienberichten räumlich entzerrt und zum Beispiel ohne Rahmenprogramm stattfinden.

Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) äußerte sich dagegen am Montag weniger optimistisch. Eine Entscheidung könnte am Dienstag fallen: Dann werde man das Thema im Krisenstab der Stadt intensiv diskutieren. Wenn ihm die Gesundheitsbehörde dann sage, dass es nicht zu verantworten sei, werde man dort auch keine andere Entscheidung treffen, als den Markt auf dem Marienplatz abzusagen, sagte Reiter.

Noch am Montag wolle er sich mit den Oberbürgermeistern von Nürnberg und Augsburg zusammenschalten. Er habe mit Ministerpräsident Markus Söder (CSU) besprochen, bei solchen Entscheidungen die drei größten Städte in Bayern gerne «im Gleichlauf» zu sehen. Zumal die Städte ähnliche Sieben-Tage-Inzidenzen hätten: München lag am Montag bei 334,7, Nürnberg bei 451,4 und Augsburg bei 520,6. Der Leiter des Nürnberger Amts für Kommunikation, Andreas Franke, sagte: «Jede Stadt entscheidet für sich. Wir entscheiden für Nürnberg.»

Vergangene Woche hatte es vor allem in kleineren Orten Absagen gegeben, etwa in Simbach, Bad Füssing, in Friedberg und in den Landkreisen Miesbach und Fürth. Größere Städte wie Passau und Regensburg hielten dagegen weiter an ihren Planungen fest. In Ingolstadt, der fünftgrößten Stadt im Freistaat, war der Markt dagegen abgesagt worden.

© dpa-infocom, dpa:211115-99-07662/3