Bayerns Torhüter Manuel Neuer kommt zum Aufwärmen auf den Platz., © Soeren Stache/dpa

Neuer rügt WM-Botschafter: «Power» durch One-Love-Binde

Nationalmannschaftskapitän Manuel Neuer hat die homophoben Äußerungen eines katarischen WM-Botschafters als inakzeptabel kritisiert. «Das passt keineswegs in unser Weltbild, was wir haben», sagte der Torwart des FC Bayern am Mittwoch in München bei der Übergabe der neuen Vereinsdienstwagen. «Das ist inakzeptabel und sehr traurig, so was zu hören.»

Neuer soll nach jetzigem Stand bei der WM in Katar eine «One Love»-Kapitänsbinde tragen. «Wir hoffen natürlich, dass wir durch die One-Love-Binde viel Power platzieren können mit anderen Nationen zusammen», sagte der 36-Jährige.

Der DFB hatte Ende September die gemeinsame Aktion mit anderen Topnationen angekündigt. Auf der mehrfarbigen Kapitänsbinde steht «One Love». Kritik war an der Farbgebung aufgekommen, weil diese nicht die Regenbogenflagge darstellt. Eine solche Kapitänsbinde hatte Neuer während der EM 2021 getragen.

Schon vor dem Nationaltorwart hatten etwa Nationalspieler Leon Goretzka und Münchens Sportvorstand Hasan Salihamidzic die Äußerungen eines katarischen WM-Botschafters scharf kritisiert. Auslöser des Wirbels waren Aussagen von Khalid Salman, der zu den offiziellen Botschaftern des am 20. November in Katar beginnenden Turniers zählt. Er hatte in einer ZDF-Doku gesagt, dass Schwulsein verboten sei, weil es ein geistiger Schaden sei.