Nach der Entlassung von Brose Bamberg Geschäftsführer Rolf Beyer – ein Kommentar von Radio Bamberg Geschäftsführer Mischa Salzmann.

Es war ein  Paukenschlag, der Basketball-Bamberg gestern Abend um 20 Uhr 01 erschütterte  – auf sieben knappen Zeilen stand da zu lesen: Brose Bamberg und Geschäftsführer Rolf Beyer trennen sich mit sofortiger Wirkung . Grund: Finanzielle Unregelmäßigkeiten. Was ist da los? Ein Kommentar von Radio Bamberg Geschäftsführer Mischa Salzmann:

 

 

Hier der Text zum Nachlesen:

Eines vorweg: weder Rolf Beyer noch Brose Bamberg stehen derzeit für unsere Nachfragen zur Verfügung. Schade, denn die Fans in Bamberg wollen wissen: Was ist mit „finanziellen Unregelmäßigkeiten gemeint“? Wer es böse meint, kann alle möglichen Vergehen in diesen Satz hineininterpretieren. Am ehesten ist wohl Missmanagement gemeint, denn die Formulierung rückt Rolf Beyer als Geschäftsführer der Bamberger Basketball GmbH in die Nähe des Straftatbestandes der Insolvenzverschleppung. Vor allem, wenn im Nachsatz gesagt wird, die Gesellschaft habe „nur durch die fortwährende finanzielle Unterstützung durch die Brose Gruppe und den Aufsichtsratsvorsitzenden Michael Stoschek persönlich“ vor eben einer solchen Insolvenz „bewahrt werden können.“ Unbestritten ist: Nur durch die Millionen und auch das persönliche Engagement Stoscheks hatten die Bamberger Korbjäger Meisterschaften in Serie feiern, respektable Austritte auf europäischer Bühne hinlegen und FC Bayern Basketball-Boss Uli Hoeneß ein ums andere Mal die roten Vereinsfarben ins Gesicht zaubern können.

Wer Rolf Beyer persönlich oder geschäftlich kennen lernen durfte, der schätzt ihn als loyalen, engagierten, glaubwürdigen, verlässlichen, ehrlichen Partner und Teamplayer. Schwer vorstellbar scheint, dass er eigenmächtig seine Kompetenzen beispielsweise bei der Mannschaftszusammenstellung überschritten hat. Schwer vorstellbar, dass er etwas eigenständig bestellt hat, wohlwissend, dass er die Rechnung nicht wird bezahlen können. Schwer vorstellbar auch, dass er Ausgaben an einem ihn kontrollierenden Aufsichtsrat vorbei getätigt hat, erst recht an einem Aufsichtsrat mit einem meinungs- und durchsetzungsstarken Michael Stoschek an der Spitze. Was bleibt ist die persönliche und öffentliche Beschädigung von Rolf Beyer. der sich in stürmischen Zeiten auf die Brücke von Brose Bamberg getraut hat, der sich extrem schnell in die Basketballmaterie eingearbeitet und sich damit auf nationaler und internationaler Ebene Respekt verschafft hat. Brose Bamberg wird den Vorwurf „finanzieller Unregelmäßigkeiten“ noch präzisieren müssen, wenn es – und das ist wahrscheinlich – zu einem Gerichtsverfahren kommt. Bis dahin bleibt der fade Beigeschmack eines Revanchefouls … Das hat Rolf Beyer nicht verdient!