© Lino Mirgeler

Nach Abkochgebot in Hirschaid: Gemeinde wendet sich an Bürger.

Wie bei Radio Bamberg berichtet, müssen die Bürger in Hirschaid im Landkreis Bamberg zur Zeit ihr Wasser abkochen. Das hatte die Marktgemeinde gestern mitgeteilt. Jetzt hat sich der 1. Bürgermeister zu Wort gemeldet.

 

Hier der Brief im Wortlaut:

 

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

das kürzlich erlassene vorbeugende Abkochgebot für die Ortsteile Friesen, Hirschaid und Teile der Regnitzau (Bereich östlich der Alleestraße) hat unbestritten zu Verunsicherungen geführt. Ich möchte Sie daher über den Ablauf und die unsererseits eingeleiteten Maßnahmen informieren.

WAS IST PASSIERT?

Am Donnerstag, 11. Oktober 2018 um die Mittagszeit haben wir aufgrund einer routinemäßigen Überprüfung des Hochbehälters Hirschaid die Benachrichtigung erhalten, dass in den Proben bakterielle Verunreinigungen in Form von Coliformen-Keime und E-Coli festgestellt wurden. Die Proben in den Ortsnetzen (Wasserleitungen) Hirschaid und Friesen waren negativ, d. h. ohne Verunreinigung und haben somit den Vorgaben der Trinkwasserverordnung (TrinkwV) entsprochen. Das Gesundheitsamt Bamberg hat daraufhin in Abstimmung mit dem Markt Hirschaid ein vorbeugendes Abkochgebot erlassen.

Vordringlichstes Ziel der Gemeindeverwaltung war in diesem Moment die Bevölkerung über das Abkochgebot zu informieren. So wurden die betroffenen Haushalte durch ein Flugblatt informiert, die örtliche und die überörtliche Presse sowie der Rundfunk wurden verständigt. Ärzte, Apotheken, Kindergärten, Seniorenheim, Gewerbebetriebe, Gaststätten etc. wurden persönlich von der Gemeindeverwaltung telefonisch unterrichtet.

Wir bitten um Verständnis, dass diese Vorabinformation an die Bevölkerung noch nicht alle Informationen beinhalten konnte und sich auf das Notwendigste, nämlich zunächst auf das Abkochen, beschränkte.

WAS MUSS ICH BEACHTEN?

Abkochgebot bedeutet zunächst, dass das Wasser vor Gebrauch im Haushalt zum Kochen gebracht werden muss. Die Verwendung des Wassers zum Duschen und Waschen ist nach Auskunft des Gesundheitsamts unbedenklich.

BIN ICH BETROFFEN?

Das Abkochgebot gilt für die Ortsteile Hirschaid und Friesen sowie für einen Teilbereich der Regnitzau (hier der Bereich östlich der Alleestraße, die betroffenen Straßenzüge haben eine persönliche Mitteilung erhalten). Die restlichen Ortsteile sind nicht betroffen.

WAS WURDE VERANLASST?

Ebenfalls am Donnerstagnachmittag wurde von uns umgehend die Desinfektion des belasteten Hochbehälters Hirschaid in die Wege geleitet. Auch wurden umfassende Nachuntersuchungen veranlasst.

WIE GEHT ES WEITER?

Wir gehen davon aus, dass nach erfolgten positiven Probeergebnissen, das Abkochgebot kurzfristig aufgehoben werden kann. Wir informieren Sie auf dieser Seite darüber umgehend.

WIE KONNTE ES DAZU KOMMEN?

Im vorliegenden Fall ist die bakterielle Verunreinigung auf einen Siebenschläfer zurückzuführen, welcher in den Hochbehälter Hirschaid eingedrungen und in der Hochbehälterkammer ertrunken ist. Der Siebenschläfer ist ein äußerlich mausähnliches, nachtaktives Nagetier. Die Gestalt dieses Tieres erinnert an Eichhörnchen.

Für die Unannehmlichkeiten möchte ich mich als Erster Bürgermeister daher im Namen des Marktes Hirschaid entschuldigen.

Die bereits in den vergangenen drei Jahren begonnen baulichen Maßnahmen in der Wasserversorgung, sowie die derzeit in der Planung befindlichen Investitionen und Baumaßnahmen, dienen dazu unsere Wasserversorgung zukunftssicher zu machen.

Ich kann Ihnen versichern, dass sowohl ich, als auch meine Mitarbeiter, mit Hochdruck daran arbeiten, wieder normale Verhältnisse in unserer Trinkwasserversorgung herzustellen. Sie werden sowohl über das Internet als auch über die örtlichen Medien über die weitere Entwicklung informiert werden.

Ansprechpartner:

Wasserwart Bereitschaftsnummer 0173 8868967 und 0173 8868968

Rathaus Bauamt, 09543 8225-23, -24, -25

Bürgermeister 09543 8225-11 (Vorzimmer)

Gesundheitsamt 0951 85-667

E-Mail:

bernd.feuerlein@hirschaid.de

stefan.endres@hirschaid.de

albert.handwerker@hirschaid.de

 

Ich bitte Sie in dieser schwierigen Situation um Ihr Vertrauen.

Ihr

Klaus Homann

Erster Bürgermeister