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Mutmaßliche Spionage bei Koenig & Bauer: Prozess eingestellt

Stuttgart (dpa) – Der Strafprozess um mutmaßliche Industriespionage zu Lasten eines Stuttgarter Tochterunternehmens des Druckmaschinenherstellers Koenig & Bauer ist gegen Geldauflagen eingestellt worden. Der 62-jährige Hauptangeklagte muss in diesem Zuge 18 000 Euro, ein weiterer Angeklagter 10 000 Euro zahlen, wie ein Sprecher des Landgerichts Stuttgart am Dienstag auf Anfrage sagte. Als Grund für die Einstellung nannte er einerseits eine schwierige Beweisführung, andererseits gesetzliche Entschärfungen etwa beim Strafrahmen für den Verrat von Geschäftsgeheimnissen, die zwischenzeitlich in Kraft getreten seien. Dem Vernehmen nach fürchtete das Gericht, selbst bei einer letztlich ausreichenden Beweislage keine wesentlich härteren Strafen verhängen zu können.

Insgesamt vier früheren Mitarbeitern der Koenig-&-Bauer-Tochter war in dem Prozess vorgeworfen worden, ihr Insiderwissen für eine Konkurrenzfirma genutzt zu haben. Der Hauptangeklagte soll sich der Staatsanwaltschaft zufolge bei der Firma Koenig & Bauer MetalPrint Fertigungszeichnungen für Blechdruck-Maschinenkomponenten unrechtmäßig verschafft haben, ehe er aus dem Unternehmen ausschied. Ziel sei es gewesen, mit den Daten mit einem eigenen Unternehmen seinem früheren Arbeitgeber Konkurrenz zu machen. Die anderen drei Angeklagten sollen dabei mitgewirkt haben. Gegen zwei von ihnen waren die Verfahren bereits im Februar gegen Geldauflagen von 8000 und 6000 Euro eingestellt worden.

Ursprünglicher Auslöser der Ermittlungen war eine Anzeige der Koenig-&-Bauer-Tochter. 2015 kam es dann zu Durchsuchungen, schließlich wurde Anklage erhoben.

Koenig & Bauer ist eine Institution des deutschen Maschinenbaus. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Würzburg nimmt eigenen Angaben zufolge eine führende Position im Bereich der Blechdrucke ein.

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