© Patrick Seeger

Mundel wird neue Intendantin der Münchner Kammerspiele

München (dpa/lby) – Jetzt steht es endgültig fest: Die Theaterregisseurin Barbara Mundel wird ab der Spielzeit 2020/2021 Intendantin der Münchner Kammerspiele. Das beschloss der Stadtrat in München am Mittwoch in nichtöffentlicher Sitzung und folgte damit einer bereits seit längerem bekannten Empfehlung des städtischen Kulturreferats. Erstmals steht damit eine Frau an der Spitze des renommierten Hauses. Die 59-Jährige ist derzeit noch Dramaturgin des Musik- und Kulturfestivals Ruhrtriennale. Münchens Kulturreferent Hans-Georg Küppers (SPD) nannte Mundel eine erfahrene und renommierte Theatermacherin. «Sie wird für ein zukunftsgerichtetes Sprechtheater stehen, das mit einem starken Ensemble die Tradition der Kammerspiele als literarisches Theater weiterentwickeln wird.»

Mundel kennt die Kammerspiele bereits von früher. Von 2004 bis 2005 war sie Chefdramaturgin und inszenierte unter anderem mit Johan Simons «Die zehn Gebote». Ab 2006 war sie 10 Jahre lang Intendantin am Theater Freiburg. Zudem ist sie Gastprofessorin in Gießen und in Frankfurt am Main.

Bis zum Sommer 2020 wird das renommierte Haus noch von Matthias Lilienthal geführt, der seit der Spielzeit 2015/2016 Intendant ist. Seine Arbeit ist aber umstritten. Der Theatermacher setzt weniger auf klassisches Sprechtheater als vielmehr auf Diskurs, kollektives Inszenieren und Performances. Doch das gefällt nicht allen. Die CSU-Fraktion im Münchner Stadtrat sprach sich im Frühjahr gegen die Verlängerung seines Vertrages über 2020 hinaus aus. Lilienthal sah daraufhin keinen ausreichenden Rückhalt mehr für seine Arbeit und kündigte an, sich 2020 zu verabschieden.