Eine Baugerüst an einem Wohnhaus., © Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild

Baubranche kündigt weitere Preiserhöhungen an

In Bayern wurden im ersten Quartal mehr Baugenehmigungen für Wohnungen erteilt – aber die Baubranche kämpft mit Lieferproblemen bei Baustoffen und enormen Preissteigerungen. Der Landesverband Bayerischer Bauinnungen forderte «endlich mutige Schritte zum Abbau der Überreglementierung des Bauens durch Verordnungen und Vorschriften».

Wie das Landesamt für Statistik am Donnerstag mitteilte, stieg die Zahl der Baugenehmigungen für Wohnungen im ersten Quartal gegenüber dem Vorjahr um 7 Prozent auf 21.493. Bauminister Christian Bernreiter (CSU) sagte: «Ich hoffe sehr, dass diese Wohnungen trotz der aktuellen Baupreissteigerungen und Materialengpässe auch schnell gebaut werden. Denn wir brauchen sie dringend, um sowohl die Mietsteigerungen als auch die Preissteigerungen für Eigentumswohnungen zu dämpfen.»

Nach einer Umfrage des Landesverbands der Bauinnungen haben in den vergangenen Monaten 90 Prozent der Bauunternehmen ihre Preise bereits erhöht. Und alle Baubetriebe «gehen davon aus, dass die Preise für Baustoffe und Materialien in den nächsten Monaten weiter deutlich steigen werden».

Im Augenblick bewerte fast jedes zweite Bauunternehmen seine Geschäftslage als «gut», nur jedes siebte als «schlecht». Die Auftragsbücher seien meist voll – nur im Öffentlichen Hochbau und im Straßen- und Tiefbau nicht. Aber Lieferprobleme und Preissteigerungen bei Baustoffen, steigende Finanzierungskosten und ein Mangel an Fachkräften verunsicherten die Betriebe.

Nach dem jüngsten Chaos bei der Förderung effizienter Gebäude durch den Bund forderte Wolfgang Schubert-Raab, Präsident des Landesverbands und Vizepräsident des Zentralverbands des Deutschen Baugewerbes, «eine verlässliche und verstetigte Neubauförderung» und «ein bauphysikalisch und wirtschaftlich sinnvolles Niveau bei den Klimaschutzanforderungen im Wohnungsbau». Bauherren müssten wie versprochen entlastet werden, etwa durch einen Freibetrag bei der Grunderwerbssteuer und höhere Abschreibungen. Viele Betriebe wollten ihr Personal aufstocken, «fast zwei Drittel der Betriebe hat unbesetzte Ausbildungsplätze».