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Mehr als 2,65 Millionen Verkehrsverstöße in Bayern

Straubing/München (dpa/lby) – Mehr als 2,65 Millionen Verkehrsverstöße sind im vergangenen Jahr auf den Straßen in Bayern festgestellt worden. Das waren etwa 80 000 weniger als im Vorjahr, wie ein Sprecher des Polizeiverwaltungsamtes am Freitag in Straubing sagte. Mit etwa 1,2 Millionen machten die Geschwindigkeitsverstöße knapp die Hälfte aus. 2016 hatte es etwa 38 000 mehr solcher Verstöße gegeben.

Die Zahl der Bußgeldbescheide mit Fahrverbot stieg dagegen um 1,4 Prozent auf rund 67 600. Es wurden zudem mehr Autofahrer erwischt, die Drogen genommen hatten – ihre Zahl stieg um 650 auf 6180. Gut 131 Millionen Euro zahlten Verkehrsteilnehmer in Verwarnungs- und Bußgeldverfahren.

«Die Verkehrsmoral lässt in vielen Fällen leider immer noch sehr zu wünschen übrig», kommentierte Innenminister Joachim Herrmann (CSU). Verkehrsverstöße seien kein Kavaliersdelikt und könnten lebensgefährlich sein. «Wir werden auch 2018 auf intensive Verkehrskontrollen setzen müssen», sagte Herrmann.

Mehr als die Hälfte der Fahrverbote gingen auf das Konto von Rasern. So war etwa ein 22-Jähriger bei erlaubten 100 Stundenkilometern auf einer Staatsstraße mit Tempo 219 unterwegs. Und ein 27-Jähriger fuhr in einer geschlossenen Ortschaft mit 182 statt erlaubten 50 Stundenkilometern. Dabei gehen rund ein Drittel aller tödlichen Verkehrsunfälle auf das Konto von Rasern. 2017 wurden auf den Straßen im Freistaat 226 Menschen aufgrund von Geschwindigkeitsunfällen getötet.

Auch bei Motorradfahrern ist dies die Hauptursache für Unfälle. Nach Angaben des Innenministeriums stieg hier die Zahl der Raserunfälle auf rund 1300. Statistisch gesehen kam im vergangenen Jahr an jedem dritten Tag ein Motorradfahrer in Bayern bei einem Unfall ums Leben. Neben 123 getöteten Bikern gab es 7880 verletzte. Dies geht aus der Antwort des Innenministeriums auf eine Anfrage der SPD-Landtagsfraktion hervor. 803 Unfälle erfolgten bei oder nach Überholmanövern von Motorradfahrern.

Unter allen Verkehrsteilnehmern wurden mehr als 96 500 Fahrer mit zu wenig Sicherheitsabstand erwischt – knapp 3,5 Prozent mehr als im Vorjahr. 70 Menschen kamen 2017 wegen zu geringen Abstands ums Leben.

Rund 14 800-mal ging es um Alkohol- und Drogendelikte. Drogen machten dabei 42 Prozent dieser Bescheide aus – 2014 waren es noch knapp 30 Prozent. Die Zahl der Fahrten unter Drogen stieg um zwölf Prozent.