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Maxi Schafroth wird Nockherberg-Fastenprediger

München (dpa/lby) – Der Allgäuer Kabarettist Maxi Schafroth übernimmt eine der prominentesten Kabarettrollen in Deutschland: Fastenprediger beim Starkbieranstich auf dem Münchner Nockherberg. «Für mich ist das der Olymp im Kabarett», sagte der 1985 geborene Schafroth am Freitag in München. Die Starkbierprobe mit satirischer Bußpredigt und anschließendem Singspiel vor Bayerns politischer Prominenz ist eine der beliebtesten Fernsehsendungen des Bayerischen Rundfunks, heuer schauten bundesweit knapp drei Millionen Menschen zu. Einigen Fernsehzuschauern ist Schafroth durch seine Gastauftritte in der NDR-Sendung «Extra 3» bekannt.

Beim Starkbieranstich der Paulaner-Brauerei tritt Schafroth die Nachfolge von Luise Kinseher an, die in der Rolle der «Mama Bavaria» seit 2011 den versammelten Spitzenpolitikern im Publikum die Leviten gelesen hatte. Kinsehers männliche Vorgänger waren gewöhnlich in der Rolle des «Bruder Barnabas» aufgetreten – ob dieser wiederbelebt wird, ist noch offen. «Es gibt alle möglichen Ideen», sagte Schafroth. Eine der Ideen: In mehrere Rollen schlüpfen und die Politiker im Publikum auf der Bühne parodieren – so auch Ministerpräsident Markus Söder (CSU): «Der schaut immer so biometrisch», sagte Schafroth. Grobes Holzhammer-Kabarett will der Allgäuer nach eigenen Worten vermeiden: «Hingehen und ranzig sein und abwatschen ist nicht meine Sache.»

Die Rolle des Fastenpredigers ist für die auftretenden Kabarettisten schwierig: Zu scharf und verletzend soll die Satire nicht sein, aber auch nicht zu harmlos. «Jeder weiß, dass das keine leichte Aufgabe ist», sagte Paulaner-Geschäftsführer Andreas Steinfatt. So hatte der niederbayerische Kabarettist Django Asül 2007 nach nur einem Auftritt hingeworfen, nachdem sich mehrere Politiker – darunter der heutige Ministerpräsident Söder über seine Rede beschwert hatten. Nachfolger Michael Lerchenberg hörte 2010 auf, weil er wegen eines KZ-Vergleichs in die Kritik geraten war. Steinfatt hofft auf ein mehrjähriges Engagement des «lieben Maxi».

Vorgängerin Kinseher hatte für ihre Auftritte als «Mama Bavaria» sehr gemischte Kritiken bekommen. Kinseher verursachte zwar keine Eklats, aber vielen der prominenten politischen Gäste war sie zu lieb und zu wenig hintersinnig.