Eine Ausgabe des Strafgesetzbuchs und der Strafprozessordnung stehen in einem Gerichtssaal., © Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild

Lkw-Fahrer gibt Trunkenheitsfahrt durch Fürth vor Gericht zu

Ein wegen einer verheerenden Trunkenheitsfahrt durch eine Wohnstraße in Fürth angeklagter Lkw-Fahrer hat die Vorwürfe vor Gericht eingeräumt. Er habe seine Alkoholisierung bemerkt, aber gedacht, es gehe schon, ließ der 51-Jährige am Montag seine Verteidigerin erklären. Er habe am Nachmittag des 8. Februars Wodka getrunken, weil er geplant habe, in Fürth zu übernachten. Er habe dann aber den Stellplatz räumen müssen und geplant, nur bis zum nächsten Parkplatz zu fahren. Er habe einen Knall wahrgenommen, sei aber weitergefahren, sagte die Anwältin. «Ab da sind seine Erinnerungen verschwommen beziehungsweise weg.»

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 51-Jährigen vor, am 8. Februar mit dem mit tonnenschweren Stahlteilen beladenen Sattelzug stark betrunken über eine rote Ampel gefahren, ein Auto gerammt und dessen Fahrerin verletzt zu haben. Dann soll der Mann mit 70 km/h eine Wohnstraße heruntergedonnert sein. Dabei soll er mehrere parkende Autos gestreift und gerammt haben. Schließlich habe er mehrere Fahrzeuge ineinander geschoben und sei vor einem Mehrfamilienhaus zum Stehen gekommen.

Dort ging der Lkw der Anklage zufolge in Flammen auf, das Feuer griff auf ein Mehrfamilienhaus über. Mehrere Bewohnerinnen und Bewohner mussten sich über eine Mauer im Hinterhof retten, weil die Haustür versperrt war. Insgesamt wurden vier Menschen bei der Verwüstungsfahrt verletzt, mehr als 30 Autos demoliert und mehrere Häuser beschädigt. Der Gesamtschaden beläuft sich demnach auf etwa 800 000 Euro. Am ersten Prozesstag sollten zahlreiche Zeuginnen und Zeugen aussagen, darunter auch die Verletzten.