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Linde kündigt Gewinnzuwachs an

Guildford/München (dpa) – Nach der Fusion der deutschen Linde AG mit dem US-Gasekonzern Praxair hat das neue Unternehmen Linde plc mehr Gewinn in Aussicht gestellt. Durch Synergien und eine bessere Kapitalstruktur soll der Gewinn je Aktie 2019 um 8 bis 12 Prozent zulegen, sagte Vorstandschef Steve Angel am Donnerstag vor Investoren.

Bis 2021 will das neue Management durch Abbau regionaler Überlappungen, mehr Effizienz und andere Maßnahmen 1,1 Milliarden Euro an Synergien heben. Auf der anderen Seite stehen Umbaukosten von 700 Millionen Dollar.

Nach dem kartellrechtlich bedingten Verkauf großer Unternehmensteile hat die neue Linde plc ihren Umsatz um 5 Prozent auf 28,1 Milliarden Dollar erhöht. Der Betriebsgewinn stieg sogar um 7 Prozent auf 4,8 Milliarden Dollar. Im laufenden Jahr rechnet Linde mit einem geringeren Umsatzanstieg, weil die weltweite Industrieproduktion nachlässt.

Das neue Unternehmen mit 80 000 Mitarbeitern könne jetzt an die Arbeit gehen, sagte Angel, der mit anderen Managern weiter in der ehemaligen Praxair-Zentrale in den USA arbeitet. Als neuer Europa-Chef kommt Eduardo Menezes nach München, aus München geht Bernd Eulitz als neuer Amerika-Chef in die USA. Verwaltungsratschef der Linde plc ist der bisherige Linde-AG-Aufsichtsratschef Wolfgang Reitzle.

Der steuerrechtliche Sitz des Unternehmens befindet sich in Irland, der gesellschaftsrechtliche in England. Die IG Metall befürchtet nach der Fusion den Verlust von Arbeitsplätzen und Mitbestimmungsrechten. In Deutschland beschäftigt Linde 7000 Mitarbeiter. Hauptaktionäre der Linde plc sind angelsächsische Investoren.