Der Kühlturm des Kernkraftwerks Isar 2. ist hinter Häusern von Niederaichbach zu sehen., © Armin Weigel/dpa/Archivbild

Leiter von Isar 2: Technologie agiert mit langem Vorlauf

Der Anlagenleiter des Kernkraftwerks Isar 2, Carsten Müller, wünscht sich eindeutige und rasche Entscheidungen der Politik zu einer möglichen Betriebsverlängerung bis 2024. «Unsere Technologie agiert mit sehr langen Vorlaufzeiten.» Man könne sich nicht auf verschiedene Fahrpläne vorbereiten, sagte er der «Süddeutsche Zeitung» (Montag). «Wir planen jetzt den Betrieb bis zum 15. April und dann den Rückbau.»

Die Anlage sei vergleichbar mit einem Riesentanker, «da kann man keinen 90-Grad-Winkel auf hoher See hinlegen», sagte Müller. «Da sind langwierige Abstimmungsprozesse notwendig. Das ist in der hitzigen politischen Diskussion, die gerade läuft, nicht gegeben. Für unsere Entscheidungsprozesse ist das nicht förderlich.»

Es wäre wünschenswert gewesen, wenn etwa die Entscheidung über den Streckbetrieb früher gefallen wäre. «Je später Entscheidungen kommen, desto schwieriger ist es, Weichen zu stellen. Aber ich muss akzeptieren, wie es läuft», sagte Müller.

Zur Sicherung der Stromversorgung hatte der Bundestag vergangene Woche dem vorübergehenden Weiterbetrieb der drei letzten Atomkraftwerke in Deutschland zugestimmt. Die Meiler Isar 2, Neckarwestheim 2 und Emsland sollen damit bis zum 15. April 2023 in Betrieb bleiben. Die Kraftwerke hätten im Zuge des Atomausstiegs eigentlich zum Jahresende abgeschaltet werden sollen.

Neben einem deutlichen Ausbau der erneuerbaren Energien hatte die CDU/CSU-Fraktion für die drei letzten deutschen Atomkraftwerke eine Laufzeitverlängerung bis mindestens Ende 2024 vorgeschlagen. Sie begründete das mit den hohen Strompreisen.