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Lawinenabgänge im Süden: Überschwemmungen im Norden Bayerns

München (dpa/lby) – Schnee- und Regenfälle fordern auch zu Beginn der neuen Woche die Einsatzkräfte in Bayern: Eine Lawine hat am Montagmorgen ein Hotel im Winterskiort Balderschwang getroffen. Verletzt wurde von den Schneemassen nach Angaben eines Polizeisprechers niemand. Die Lawine mit einer Breite von 300 Metern drückte Fenster des Hotels ein und Schnee gelangte ins Innere. Weder Gäste noch Angestellte wurden nach den Angaben vermisst.

Einsatzkräfte waren vor Ort, konnten aber zunächst nicht mit Räumungsarbeiten beginnen. Experten mussten zuerst klären, ob sich weitere Schneebretter lösen könnten. Für die bayerischen Alpen gilt die zweithöchste Lawinenwarnstufe. Die Zufahrt zur Gemeinde Balderschwang ist wegen der Gefahr von Abgängen seit Sonntag gesperrt. Rund 1300 Menschen sitzen in dem Skiort fest.

Am späten Sonntagabend verschüttete eine Lawine Teile der Bundesstraße 305 im Landkreis Berchtesgadener Land. Verletzt wurde niemand, der Streckenabschnitt blieb gesperrt. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) macht sich an diesem Montag ein Bild von dem seit Tagen andauernden Schneechaos in den bayerischen Alpen und besucht Helfer sowie Einsatzkräfte in Berchtesgaden und Neukirchen am Teisenberg.

In Niederbayern entspannte sich in der Nacht auf Montag hingegen die Lage: Die Zufahrtsstraßen zum Wintersportort Sankt Englmar (Kreis Straubing-Bogen) sind wieder offen. Das Landratsamt gab um 5.00 Uhr die Zufahrtsstraßen frei, nachdem mehrere Forstmaschinen die durch Schneelast umgestürzten Bäume von der Fahrbahn geräumt und Schnee von den Bäumen geschüttelt hatten. Die Lifte im Skigebiet, die Langlaufloipen und Wanderwege bleiben aber bis auf weiteres geschlossen.

Mehrere Flüsse und Bäche in Bayern traten in der Nacht über die Ufer. Vor allem in der Mitte und im Norden des Freistaats wurden teilweise Äcker und Wiesen überflutet. Für den oberfränkischen Landkreis Kulmbach warnten die Behörden vor Überschwemmungen in bebauten Gebieten. In Mittelfranken stellte sich die Polizei auf Überschwemmungen ein. «Das Hochwasser kommt langsam», sagte eine Polizeisprecherin am Morgen. Auch in Niederbayern stiegen einem Polizeisprecher zufolge die Wasserstände leicht an. Straßen seien aber noch nicht überflutet worden.

Der Deutsche Wetterdienst erwartet bis Dienstagmittag wieder Neuschnee für die bayerischen Alpen. Für andere Teile des Freistaats ist Schneematsch vorausgesagt. Die Last auf Bäumen und Dächern könne weiter zunehmen.