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Landessynode will über Kirchengesetz beraten

Geiselwind (dpa/lby) – Um sich für Krisenzeiten wie die Corona-Pandemie zu wappnen, will die evangelische Kirche auf der anstehenden Landessynode in Geiselwind ein neues Kirchengesetz diskutieren. Damit Tagungen künftig digital stattfinden können, sollen die rechtlichen Voraussetzungen dafür geschaffen werden, sagte ein Sprecher der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern (ELKB). Denn ähnlich wie das Parteiengesetz lässt die Geschäftsordnung bisher nicht zu, auf Online-Konferenzen rechtskräftig Beschlüsse zu fassen und Wahlen abzuhalten.

Während Politiker also auf einen Nachfolger der Bundesvorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer warten, warten die 108 Mitglieder der Landessynode seit Monaten darauf, ein neues Präsidium und die ständigen Ausschüsse zu wählen. Seit Dezember sind die Mitglieder gewählt, eigentlich wollte sich die Synode im März konstituieren. Aufgrund des Coronavirus musste die geplante Frühjahrssynode jedoch verschoben werden.

Statt an fünf Tagen im oberfränkischen Bayreuth wird die Versammlung nun an drei Tagen im unterfränkischen Geiselwind (Landkreis Kitzingen) abgehalten. Eröffnet wird die Tagung am 11. September mit einem Gottesdienst von Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm.

Die Landessynode, oft als «Kirchenparlament» bezeichnet, ist nur eines von vier leitenden Organen der evangelischen Kirche in Bayern – neben dem Landesbischof, dem Landeskirchenrat und dem Landessynodalausschuss. Letzterer vertritt die Landessynode, die sich zwei Mal im Jahr trifft. Ob diese Treffen im Falle eines erneuten Lockdowns ganz oder teilweise digital stattfinden können, soll zunächst erprobt werden – falls die Vorlage des Kirchengesetzes am kommenden Wochenende begrüßt wird.