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Ländliches Funkloch-Dilemma als Kino-Komödie

Gotteszell (dpa/lby) – Acht Jahre nach dem Erfolg des Kinofilms «Eine ganz heiße Nummer» dreht Regisseur Rainer Kaufmann im Bayerischen Wald die Fortsetzung – und nimmt darin das ländliche Internet-Dilemma auf die Schippe. Kein Netz in Gotteszell (Landkreis Regen), das im Film Marienzell heißt, bedeutet: keine Jobs, keine Touristen, kein Leben mehr im Ort. Mit dabei sind wieder die drei Hauptdarstellerinnen Gisela Schneeberger, Rosalie Thomass und Bettina Mittendorfer. Das Trio will Schwung ins Dorf bringen, und zwar mit der Teilnahme an einem Tanzwettbewerb. Das Preisgeld könnte als Anzahlung für eine Internetleitung dienen.

Auch wenn im Film immer weniger Menschen auf dem Land leben wollen, für sie selbst wäre das durchaus eine Option, sagte Schauspielerin Rosalie Thomass am Donnerstag am Rande der Dreharbeiten. «Es kommt darauf an, in welcher Lebensphase man ist.» Momentan wäre es für sie aber mit dem Job schwer zu koordinieren. «Weil ich so viel zum Bahnhof und zum Flughafen muss.» Die Funkloch-Problematik kennt Bettina Mittendorfer aus eigener Erfahrung. Die Schauspielerin lebt mit ihrer Familie in Oberbayern und ist froh, nach einem Umzug nun endlich schnellen Netzzugang zu haben.

Vom Drehort ist Regisseur Rainer Kaufmann begeistert, schließlich solle er auch die Abgeschiedenheit im Film spiegeln. «Wobei es hier ja Netz gibt.» Auf dem Land zu leben, stellt er sich für Familien mit Kindern einfacher vor. Da sei man schneller integriert. «Und es gibt eine sehr geringe Nachfrage nach Regisseuren hier», scherzte er. Verändert habe sich in der Region seit dem ersten Film einiges, sagte Gisela Schneeberger: Es gebe immer mehr Gewerbegebiete und in den Orten mehr ausgestorbene Geschäfte. Die Menschen sollten sich ihre Dörfer nicht so zubauen lassen, sagte sie. «Es ist eine ganz traumhafte Landschaft.»