Ein Ballen mit Silage liegt auf einer teilweise gemähten Wiese bei Stötten., © picture alliance/Karl-Josef Hildenbrand/dpa/Symbolbild

Kulturlandschaftsprogramm freut Vogelschützer und Biobauern

Die Neuauflage des Kulturlandschaftsprogramms für die Landwirtschaft erfreut Bayerns Vogelschützer mehr als den Bauernverband. Agrarministerin Michaela Kaniber stellte am Mittwoch in München die ab 2023 geltenden Regularien für das «Kulap» vor – Zuschüsse, mit denen EU, Bund und Land den Bauern Ausgleich für die Pflege der Kulturlandschaft zahlen. In diesem Jahr stehen dafür 337,5 Millionen Euro zur Verfügung. Wieviel es im kommenden Jahr sein wird, steht noch nicht fest. «Wir werden versuchen, dieses Niveau auf alle Fälle zu halten», sagte die CSU-Politikerin.

Gefördert wird unter anderem die extensive Nutzung von Wiesen und Weiden unter weitgehendem Verzicht auf Pflanzenschutzmittel. Erhöht wurde die Weideprämie. «Das soll ein zusätzlicher Anreiz sein, dass wir Rinder auf die Weide bekommen», sagte Kaniber. Hinzugekommen sind unter anderem Zuschüsse für insektenschonendes Mähen und die Ansiedlung von Feldvögeln.

Kaniber betonte die Bedeutung des Kulap: «Das Gesicht Bayerns wäre heute ein anderes», wenn es das Programm nicht gäbe. Laut Ministerium nimmt etwa die Hälfte der bayerischen Bauern an dem Programm teil. «Man sieht, wie ökologisiert auch der konventionelle Landwirt unterwegs ist.»

Der Landesbund für Vogelschutz (LBV) ist mit der Neuauflage zufrieden. «Das Kulap wird grüner», sagte LBV-Präsident Norbert Schäffer. Doch da an anderer Stelle einige bisher gezahlte Zuschüsse entfallen, ist der Bauernverband (BBV) weniger zufrieden. «Es gibt durchaus die Möglichkeit, dass der einzelne Betrieb deutlich schlechter dasteht», sagte BBV-Präsident Walter Heidl.

Die Landesvereinigung für den ökologischen Landbau bescheinigte der Staatsregierung einen erfolgreichen Einsatz für die Belange der Biobauern. «Da ist Bayern seiner Aufgabe wirklich nachgekommen», sagte der Landesvorsitzende Hubert Heigl.

Zufrieden mit den insekten- und vogelfreundlichen Maßnahmen sind auch die Initiatoren des Bienen-Volksbegehrens, die im Jahr 2019 einen Schwenk in der bayerischen Agrarpolitik erreicht hatten. «Der Ökolandbau muss jetzt auf allen Ebenen vorangebracht werden», forderte Cheforganisatorin Agnes Becker.