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Kreditausfälle in Millionenhöhe: Bankangestellte verurteilt

Traunstein (dpa/lby) – Das Landgericht Traunstein hat zwei Bankangestellte nach Kreditausfällen in Millionenhöhe zu Bewährungs- und Geldstrafen wegen Untreue verurteilt. Es habe eine Verständigung zwischen Gericht, Staatsanwaltschaft und den Angeklagten stattgefunden, teilte ein Gerichtssprecher am Dienstag mit. Eine der Frauen bekam ein Jahr und elf Monate Haft auf Bewährung und eine Geldstrafe von 180 Tagessätzen. Die andere erhielt ein Jahr und neun Monate auf Bewährung sowie 160 Tagessätze Geldstrafe.

Die beiden hatten laut Anklage von Juni 2016 bis Februar 2017 jeweils in rund 30 Fällen Kredite über 15 000 bis 50 000 Euro vergeben, ohne dafür die wirtschaftlichen Verhältnisse der Kreditnehmer ordnungsgemäß zu prüfen. Den beiden sei es darum gegangen, sich so die bei Kreditvergaben fälligen Provisionen zu verschaffen. Die eine Angestellte habe im Jahr 2016 daraus gut 18 000 Euro bekommen, die andere gut 12 000 Euro.

Die Anklagebehörde hatte den langjährigen Angestellten vorgeworfen, bewusst durch eigenständig eingetragene Werte das bankinterne Programm manipuliert zu haben, um die Kreditvergaben zu ermöglichen. Tatsächlich seien von 60 Krediten 56 ausgefallen. Das Volumen betrug laut Anklage mit Stand November 2017 knapp 1,7 Millionen Euro.