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Knobloch zu Steinmeier: Beachtliches Engagement gegen Hass

München/Berlin (dpa) – Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, hält Bundespräsident Frank-Walter Steinmeiers Bereitschaft für eine zweite Amtszeit für politisch und gesellschaftlich richtig. Persönlich freue sie sich darüber sehr, teilte Knobloch am Freitag der Deutschen Presse-Agentur mit. «Mit seiner großen Erfahrung, aber auch mit seiner ehrlichen und ausgleichenden Art hat Frank-Walter Steinmeier in einer äußerst schwierigen Zeit Halt gegeben.»

Vor allem aber verstehe er es, die wichtigste Waffe seines Amtes treffsicher einzusetzen: das gesprochene Wort. «Wo gesellschaftliche Entwicklungen Anlass zur Sorge gaben, da ist auf ihn Verlass, sein Engagement gegen Hass und Intoleranz beeindruckt seit vielen Jahren.» Auch aus Sicht der jüdischen Gemeinschaft sage sie deshalb: «Eine Wiederwahl dieses Bundespräsidenten wären ein Gewinn für unser Land.»

Steinmeier hatte am Freitag mitgeteilt, für eine weitere Amtszeit bereitzustehen. «Ich möchte mich für eine zweite Amtszeit als Bundespräsident zur Wahl stellen», sagte er. Er wolle das Land auf dem Weg in die Zukunft begleiten, eine Zukunft nach der Pandemie.

Steinmeiers Amtszeit läuft 2022 ab. Die Bundesversammlung hatte ihn am 12. Februar 2017 mit einer Zustimmung von rund 75 Prozent zum 12. Bundespräsidenten gewählt. Gegenkandidaten von Linkspartei, AfD, Freien Wählern und Piraten hatten keine Chance. Vorgeschlagen und in der großen Koalition durchgesetzt hatte ihn der damalige SPD-Chef Sigmar Gabriel. Steinmeier, der seinerzeit Außenminister war, trat die Nachfolge von Joachim Gauck an, der auf eine zweite Amtszeit verzichtete. Am 22. März 2017 leistete Steinmeier in einer gemeinsamen Sitzung von Bundestag und Bundesrat seinen Amtseid ab.

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