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Kliniken und Ärzte: Impfpflicht für Erwachsene vorstellbar

München (dpa/lby) – Die Gesundheitsversorgung in Bayern steht auf der Kippe – Kliniken und Ärzteverbände plädieren deshalb für eine sofortige Corona-Impfpflicht für alle Erwachsenen. Neben Booster-Impfungen, konsequenten Abstands- und Hygieneregeln und regelmäßigen Tests auch von Geimpften könnten sich die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns, der Marburger Bund als Vertreter der Klinikärzte und die Bayerische Krankenhausgesellschaft «auch die sofortige Einführung einer umfassenden Impflicht in Bezug auf die Corona-Schutzimpfungen für die erwachsene Bevölkerung vorstellen», heiß es am Freitag in einer Mitteilung.

«Die bayerischen Krankenhäuser können bei dieser Dynamik der aktuellen Entwicklung eine stationäre ausreichende Gesundheitsversorgung der Bevölkerung in den nächsten Wochen nicht mehr im vollen Umfang gewährleisten», hieß es in dem gemeinsamen Schreiben der Bayerischen Krankenhausgesellschaft, der Bayerischen Landesärztekammer, der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns und des Marburger Bundes Bayern am Freitag. Die Landesärztekammer schloss sich der Forderung nach einer Impfpflicht aller Erwachsenen nicht an.

«Die derzeitige Versorgungssituation im akut-stationären Krankenhausbereich ist besorgniserregend wie noch nie in Nachkriegsdeutschland.» Auch Arztpraxen seien enorm strapaziert. «Unsere Intensivstationen sind längst übervoll, Menschen werden teilweise weit wegverlegt und Patientinnen und Patienten müssen auf ihre geplanten und unbedingt notwendigen Operationen eine unbestimmte Zeit warten.»

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