Schülerinnen und Schüler auf Klassenfahrt sitzen am Ufer des Edersees in Hessen., © picture alliance/dpa/Symbolbild

Klassenfahrten wieder erlaubt: Herbergen hoffen

Die allermeisten Schülerinnen und Schüler dürfte es freuen: Mit dem Ende der Osterferien sind in Bayern von Montag an wieder Fahrten mit der Schulklasse erlaubt, die über einen einzelnen Tag hinausgehen. «Es wird wieder mehr Raum für Schulfeiern, Sportveranstaltungen, Konzertabende oder mehrtägige Klassenfahrten geben», sagte Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler).

Vor allem die Jugendherbergen im Land hoffen nun nach zwei Jahren durchwachsener Buchungslage auf bessere Geschäfte. «Für uns bedeutet das wirklich die wirtschaftliche Konsolidierung», sagte Winfried Nesensohn, geschäftsführender Vorstand im Landesverband Bayern des Deutschen Jugendherbergswerks (DJH). Momentan lebe man noch von staatlichen Hilfen.

Schulklassen machten demnach vor der Corona-Pandemie gut 40 Prozent der Buchungen aus – das Geschäft war aber in den vergangenen beiden Jahren eingebrochen. Nach dem ersten Lockdown zu Beginn der Pandemie waren Klassenfahrten im Freistaat nur während einer Phase zwischen Pfingstferien und November 2021 erlaubt. 2019 gab es den Angaben zufolge noch gut eine Million Übernachtungen in den 52 bayerischen Häusern. 2020 und 2021 waren es jeweils weniger als 400 000.

Für 2022 gibt es laut dem Verband schon jetzt 700 000 Vorausbuchungen. Gerade in der Zeit bis zu den Sommerferien sei nur noch vereinzelt etwas frei, sagte Nesensohn. Etwas stärker gefragt sind demnach Herbergen in ländlichen Gebieten. Allerdings gebe es auch viele Buchungen für Häuser in Städten.

Nesensohn machte zudem auf die Bedeutung von Klassenfahrten für Schüler aufmerksam: Sie hätten eine große entwicklungspsychologische Bedeutung. «Die Gruppenzusammengehörigkeit, dieses „Miteinander“, ist vor einer Fahrt ganz anders als danach.»