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Kinderarbeit? Urteil im Verfahren gegen Angelo Kelly.

Von Tausenden umjubelt stand Angelo Kelly als jüngster Spross der «Kelly Family» in den 1990er auf der Bühne. Jetzt hat der Ex-Kinderstar Ärger mit der Justiz – weil sein kleiner Sohn William abends mit ihm aufgetreten ist. Heute soll am Amtsgericht Haßfurt das Urteil in dem Fall gesprochen werden.

Im Rahmen eines Open-Air-Konzerts im Schloss Eyrichshof in der Nähe von Ebern in Nordbayern stand der damals Vierjährige im Sommer 2019 von 20.00 Uhr bis 20.20 Uhr auf der Bühne. Das Gewerbeaufsichtsamt der Regierung von Unterfranken belegte Kelly daraufhin mit einem Bußgeld von 5000 Euro – wegen des Verstoßes gegen das Jugendarbeitsschutzgesetz. Der Musiker wehrte sich gegen den Bescheid und legte Einspruch ein.

Angelo Kelly geriet laut Medienberichten wegen der Auftritte seines kleinen Sohnes schon öfter ins Visier der Behörden. Daher sei die Summe mit 5000 Euro sehr hoch angesetzt.

«Ich würde nie etwas tun, was das Wohl meines Kindes gefährden würde», sagte Angelo Kelly der «Bild»-Zeitung. Seine Familie habe in den vergangenen Jahren stets gut mit den Jugendbehörden bezüglich der Auftritte der Kinder zusammengearbeitet, betonte er.

Laut Kellys Anwalt Julian Ackermann ging es um kurze Bühnenbesuche von William im Beisein seiner Eltern und Geschwister. «William konnte stets selbst entscheiden, ob er auf die Bühne möchte und ob er mitsingen oder auf seiner Kindergitarre mitklimpern möchte.»

Nach dem Jugendarbeitsschutzgesetz ist die Beschäftigung von Personen verboten, die noch nicht 15 Jahre alt sind. Bei Musikaufführungen können mit behördlicher Ausnahme Kinder über drei bis sechs Jahre bis zu zwei Stunden täglich in der Zeit von 8 bis 17 Uhr mitwirken und an Proben teilnehmen.

Angelo Kelly führt als Vater eine Tradition fort: Mit «Angelo Kelly & Family» musiziert er mit seinen fünf Kindern und seiner Frau Kira – für die er mit 13 Jahren den Welthit «I can’t help myself» schrieb.