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Keine Verpachtung des Schlachthofs an Großkunden

In einer zweieinhalbstündigen Sitzung hat sich der Aufsichtsrat intensiv mit der aktuellen Situation bei der Schlachthof Bamberg GmbH auseinandergesetzt. Zu Beginn der Sitzung hatten Interims-Geschäftsführer Julian Schulz und Wirtschaftsreferent Dr. Stefan Goller einen Überblick über die aktuelle Situation gegeben, die sich in der gesamten Branche als sehr schwierig darstelle. Die grundsätzlichen Probleme, mit denen der Schlachthof Bamberg zu kämpfen hat, sind vielseitig: verändertes Konsumverhalten, afrikanische Schweinpest, Corona-Pandemie, Auswirkungen des Ukraine-Krieges und Personalkosten bei ausbleibenden Schlachtungen. „Das sind die wahren Gründe für die Krise“, betont OB Starke. Zusätzlich wirken sich nun auch die öffentlichen Diskussionen um die Zukunft des Betriebs negativ aus. So sei es zu einer höheren Zahl an Kündigungen in den vergangenen sechs Wochen gekommen.

Schulz und Goller berichteten auch von ersten Gesprächen mit den Großkunden Tönnies und Vion, die mit dem Ziel geführt werden, den Schlachthof langfristig mit einer „schwarzen Null“ betreiben zu können. Hier bestehe grundsätzlich die Bereitschaft, weiterhin in Bamberg schlachten zu lassen und dafür bestehende Vereinbarungen anzupassen. Weiteren Modellen, wie etwa eine Verpachtung an Großkunden, erteilte der Aufsichtsrat eine klare Absage. „Es ist ganz klar: Wenn der Schlachthof weiter existieren soll, bleibt er in städtischer Hand“, fasst OB Starke die Überzeugung aller Aufsichtsräte zusammen.

Ferner wurde einstimmig die Schlachthof-Geschäftsführung damit beauftragt, die Preisverhandlungen mit den beiden Großkunden in enger Abstimmung mit der Stadt Bamberg zu führen. In die Verhandlungen ist neuerdings auch die Bamberger Fleischer-Innung einzubinden, die von sich aus Interesse an einem eigenen Betrieb des Schlachthofs angemeldet hat. Sobald belastbare Verhandlungsergebnisse vorliegen, soll wieder im Aufsichtsrat und im Stadtrat berichtet werden.