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Kein Pächter: Bad Karlshafen will es selbst machen

Bad Karlshafen (dpa/lhe) – Mangels Pächter will die nordhessische Stadt Bad Karlshafen den Betrieb ihres neuen Hafenbeckens dauerhaft in die eigene Hand nehmen. «Es hat sich niemand gefunden», sagte Bürgermeister Marcus Dittrich (parteilos) am Mittwoch. Geplant sei nun, der stadteigenen Bad Karlshafen GmbH diese Aufgabe auf Dauer zu übertragen. Die Kommune – eine der ärmsten Städte Hessens – hatte gehofft, dass die Reaktivierung des 6,5 Millionen teuren Hafenbeckens nicht nur Touristen anlockt, sondern auch Pachteinnahmen bringt.

Eigentlich sollte die Bad Karlshafen GmbH nur in der ersten Saison 2019 den Betrieb des Hafens und der Schleuse übernehmen. Doch auf eine Ausschreibung hin gab es bis zum 20. Dezember keine Bewerber. Er habe schon damit gerechnet, dass es auf einen dauerhaften Betrieb durch die GmbH hinauslaufe, sagte Dittrich. Denn wer allein den Hafen betreibe, lege durch die Personalkosten Geld drauf. Die Stadt hatte daher auf einen privaten Betreiber gehofft, der den Betrieb durch weitere touristische Angebot wie einen Bootsverleih rentabel macht.

Dittrich hofft nun, dass die stadteigene GmbH diese Aufgabe ohne Minus bewältigt. «Wenn es gut läuft, denke ich, dass wir es mit der schwarzen Null hinbekommen», erklärte er. Am kommenden Dienstag werde das Stadtparlament entscheiden. Bisher zeichne sich eine Zustimmung ab. Im Mai war das historische Hafenbecken der barocken Kleinstadt an der Weser offiziell eröffnet worden. Das Projekt soll die hochverschuldete Kurstadt touristisch wiederbeleben. Um Ostern herum beginnt dort die Wassersport-Saison.