Kein Investor bei Bamberger Kaliko

Am 13.01.2022 hat die Bamberger Kaliko Textile Finishing GmbH Antrag auf Eröffnung eines
Insolvenzverfahrens beim Amtsgericht Bamberg gestellt, am 01.04.2022 wurde das
Insolvenzverfahren eröffnet. Trotz widriger Begleitumstände wie Kostensteigerung bei
Energie und Lieferengpässen bei Material sowie schließlich Konsumzurückhaltung durch den
Ukraine-Krieg konnte das Unternehmen vollumfänglich fortgeführt werden. Unterstützt von
Lieferanten und Kunden gelang es den Arbeitnehmern, der Geschäftsführung und der
Insolvenzverwaltung, das Unternehmen zu stabilisieren und die Umsätze auf einem
konstanten Niveau zu halten. Es wurden zahlreiche Gespräche mit Investoren geführt, die
jedoch bisher kein positives Ende gefunden haben. Insolvenzverwalter Ehrlicher: „Es ist der
denkbar ungünstigste Zeitpunkt, in ein energieintensives Unternehmen zu investieren. Die
Versorgung vor allem mit Gas ist in der Zukunft ungewiss. Dies schreckt Investoren ab.“

Der vom Amtsgericht eingesetzte Gläubigerausschuss – Vertreter der Interessen der
Gläubiger – war somit letztlich gezwungen, die Einstellung des Geschäftsbetriebs zum
30.11.2022 zu beschließen. Mit dem Betriebsrat des Unternehmens unter Unterstützung
durch die Gewerkschaft wurden ein Interessenausgleich und ein Insolvenzsozialplan
verhandelt. Zudem wurde ein Prämientopf geschaffen, um die Nachteile der Arbeitnehmer,
die bis zur Stilllegung zum Unternehmen stehen, wenigstens etwas auszugleichen. Es lässt
sich nicht mehr vermeiden, Kündigungen auszusprechen, auch wenn das Unternehmen trotz
des Beschlusses der Betriebsstillegung nach wie vor offen ist für eine sich wider Erwarten
doch noch ergebende Veräußerungsmöglichkeit.

Bis zum 30.11.2022 wird der Geschäftsbetrieb nach wie vor vollumfänglich fortgeführt, um
die nach wie vor eingehenden Kundenaufträge abzuarbeiten.