Journalist und Sprachkritiker Wolf Schneider in der ARD-Talksendung "Anne Will"., © Karlheinz Schindler/dpa-Zentralbild/dpa/Archiv

Journalist und Sprachkritiker Wolf Schneider beigesetzt

Der Journalist und Sprachkritiker Wolf Schneider ist am Montag im oberbayerischen Starnberg beigesetzt worden. Mehr als 50 Menschen aus dem Familien- und Freundeskreis, aus der Medienbranche und dem Kreis ehemaliger Schüler des renommierten Ausbilders versammelten sich auf dem Waldfriedhof. Zu den Trauerrednern gehörten unter anderem der Sohn des Verstorbenen, Horst Schneider, sowie der Journalist Detlef Esslinger von der «Süddeutschen Zeitung».

Die Reden würdigten die Leistungen Schneiders als Autor, Lehrer und Sprachkritiker und streiften auch viele Anekdoten über ihn. Als langjähriger Chef der Henri-Nannen-Journalistenschule in Hamburg war Schneider stilprägend für viele Generationen Medienschaffender. Er war am 11. November im Alter von 97 Jahren gestorben.

Der in Erfurt geborene Schneider hatte zudem führende Positionen bei bekannten deutschen Medienhäusern inne. Einem breiteren Publikum wurde er als Verfasser von Büchern wie «Deutsch für Profis» und als Experte für Sprache und Stil bekannt. Außerdem moderierte er die «NDR Talk Show». Schneider lebte zuletzt in Starnberg, wo er auch starb.

Seine journalistische Laufbahn startete er als Übersetzer bei der «Neuen Zeitung» der amerikanischen Militärregierung nach dem Zweiten Weltkrieg in München. Dort wurde er Redakteur, ohne Studium und ohne Volontariat. Später wechselte er zur Nachrichtenagentur AP, danach zur «Süddeutschen Zeitung». Dort war er Leiter der Nachrichtenredaktion, häufiger Autor der «Streiflicht»-Kolumne, dann Washington-Korrespondent.

«Stern»-Gründer Henri Nannen holte ihn 1966 nach Hamburg. Schneider wurde erst Chef vom Dienst, dann Verlagsleiter, bevor er 1971 zu Springer wechselte. Unter anderem war er 13 Monate Chefredakteur der «Welt».