Ernst Weidenbusch, Präsident des Bayerischen Jagdverbands, spricht auf einer Pressekonferenz., © Matthias Balk/dpa/Archivbild

Jagdpräsident will keine außerordentliche Versammlung

Im internen Streit des Bayerischen Jagdverbandes (BJV) wird es laut Präsident Ernst Weidenbusch nicht zu der von seinen Kritikern geforderten außerordentlichen Versammlung kommen. Um die notwendige Anzahl an Antragstellern zusammenzubringen, hätten die entsprechenden Kreisverbände «so lange gebraucht, dass vorher schon zu der ordentlichen Mitgliederversammlung eingeladen worden war», sagte Weidenbusch am Freitag bei der Eröffnung der Messe «Jagen und Fischen» in Augsburg. Die BJV-Versammlung soll demnach am 11. März in Hof stattfinden. Zuvor hatten mehrere Medien berichtet, dass es laut Verband kein außerordentliches Treffen geben soll.

Die Kritiker Weidenbuschs wollen eine Neuwahl des Präsidenten durchsetzen. Als Gegenkandidat hat sich bereits Ludwig Freiherr von Lerchenfeld in Stellung gebracht. «Es gibt einige Kreisgruppenvorsitzende, die sagen, man braucht jetzt einen Neuanfang», begründete dieser Anfang Januar im Interview mit der Jagdzeitung «Wild und Hund» seine Kandidatur. «Es ist so viel geschehen, was nicht der Inhalt eines Jagdverbands ist.» Der Oberfranke Freiherr von Lerchenfeld saß bis 2018 für die CSU im Landtag.

Bei der Versammlung im März würden die Anträge seiner Kritiker natürlich behandelt, sagte Weidenbusch. «Aber ich persönlich habe von der Justiziarin die Auskunft, dass eine außerordentliche (Versammlung) sich deswegen erledigt hat.»

In einem offenen Brief hatten im November ehemalige Mitarbeiter der BJV-Landesgeschäftsstelle ihre Kritik an dem Führungsstil des Jagdpräsidenten öffentlich gemacht. Sie warfen ihm unter anderem Beschimpfungen, respektlosen Umgang und Wutausbrüche vor. Einige Kreisgruppen beantragten daraufhin die außerordentliche Mitgliederversammlung. Laut Weidenbusch handele es sich hierbei um «eine Gruppe von etwa 10 bis 15 Prozent der Kreisgruppen».