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Innenminister Herrmann besucht afghanische Ortskräfte in Bamberg

21 junge Familien und weitere aus Afghanistan gerettete Menschen haben in Oberfranken eine erste Bleibe in Deutschland gefunden. «Die Evakuierten sind jetzt in Bayern in Sicherheit», sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann heute in der Unterkunft der Menschen, der Anker-Einrichtung in Bamberg. Unter den geretteten Afghanen sind mehrere Ortskräfte, bei einigen steht eine Überprüfung ihres Status noch aus. Im Radio Bamberg Interview sagte Herrmann:

Viele der Verwandten der Geretteten sind dagegen noch in ihrem Heimatland in Gefahr. «Wenn die Taliban das herausfinden, dass deren Sohn für die Deutschen gearbeitet hat – die werden sie nicht in Ruhe lassen», sagte Sayed Habib Hussiani, der für die Bundeswehr gearbeitet hatte, mit Blick auf seine in Afghanistan gebliebenen Eltern. Er selbst hatte es mit seiner Frau und zwei kleinen Kindern aus Kabul herausgeschafft.

Unter den Geretteten sind viele Familien mit Kindern: Bei den 98 evakuierten Personen handelt es sich um 21 Familien und sieben Einzelpersonen. 46 der Geretteten sind minderjährig, 23 sind Kinder unter sechs Jahren. Alle seien nach ihrer Ankunft am Frankfurter Flughafen und in Bamberg auf das Coronavirus getestet worden, alle Tests seien negativ ausgefallen, sagte Herrmann.

Einige der Familien haben bereits eine Aufnahmezusage, weil ein Familienangehöriger als Ortskraft tätig war. Bei weiteren müsse nun geprüft werden, ob es sich um ehemalige Ortskräfte oder sonst schutzbedürftige Personen handle, sagte Herrmann. Insgesamt könnten rund 700 oder 800 zuletzt aus Afghanistan gerettete Menschen in den Freistaat kommen. «Es kann keine Rede davon sein, dass wir in unserer Aufnahmefähigkeit an unsere Grenzen stoßen würden», sagte der Innenminister.