© Soeren Stache

Dardai ist «kein Träumer»: Aber Hertha will Bayern packen

Berlin (dpa) – Den Traum vom Finale im eigenen Wohnzimmer schiebt Pal Dardai erst einmal zur Seite. Einen erneuten Sieg gegen den FC Bayern im Pokal-Achtelfinale aber hält der Trainer von Hertha BSC für möglich. «Wenn wir uns richtig reinbeißen, ihren kreativen Spielern keinen Raum lassen und bei uns alle eine gute Tagesform haben, hast du eine Chance», erklärte der Chefcoach des Berliner Fußball-Bundesligisten vor der Partie am Mittwoch selbstbewusst. Die jüngsten vier Spiele hat Hertha gegen Bayern nicht verloren, in der Liga gelang in der aktuellen Saison im Olympiastadion ein 2:0-Sieg.

«Wir haben bewiesen, dass wir es können. Natürlich müssen wir einen perfekten Tag erwischen», erklärte Hertha-Kapitän Vedad Ibisevic am Montag. Dass die Bayern in dieser Spielzeit nicht die Souveränität und Sieges-Selbstverständlichkeit ausstrahlen wie in den Jahren zuvor, helfe schon. «Natürlich gibt das Mut, dass sie immer mal wieder einen Ausrutscher haben. Flutlicht, ein volles Stadion – was gibt es Schöneres als ein Spiel gegen Bayern», sagte Stürmer Ibisevic. «Im Hinterkopf wissen wir trotzdem, was es für ein Gegner ist. Sie sind einfach eine Topmannschaft in Europa.»

Dardai tendiert nach der jüngsten 0:1-Niederlage in der Liga gegen den VfL Wolfsburg dazu, sein zuletzt praktiziertes 3-5-2-System wieder auf eine Viererkette, zwei defensive und drei offensive Mittelfeldspieler plus eine Sturmspitze umzustellen. «Gegen Bayern ist unser Basic-System besser», glaubt der Berliner Trainer ohne Namen für die Startelf zu nennen. «Die Aufstellung kommt immer von oben. Ich muss warten, bis der Manager kommt und mir sagt, wer spielt und wer nicht», bemerkte Dardai scherzhaft mit Hinweis auf den bei der Pressekonferenz am Montag fehlenden Manager.

Auf Abwehrmann Peter Pekarik (Wadenblessur) muss Dardai verzichten. Der Einsatz des angeschlagenen Mittelfeldspielers Arne Maier ist offen. Derrick Luckassen, Javeiro Dilrosun und Mathew Leckie fehlen schon länger.

Dass er vor dem Bayern-Spiel jetzt immer wieder auf den Traum vom Pokalfinale im eigenen Olympiastadion angesprochen wird, stört Dardai nicht. Im Gegenteil, es sei weiter eine Motivation. «Seit 20 Jahren versuche ich es jedes Mal», erklärte der Ungar.

Erst als Spieler, dann als Trainer. «Ich bin kein Träumer», sagte Dardai. Aber seit er Trainer ist, habe er den Pokal immer sehr ernst genommen: «Wir haben uns noch nicht einmal blamiert, sind immer gegen gute Gegner ausgeschieden.» In der Vorsaison war in der 2. Runde gegen den 1. FC Köln Schluss. 2016/17 scheiterte Hertha im Achtelfinale bei Borussia Dortmund erst im Elfmeterschießen.