Feuer und Rauch sind letzte Woche auf einem Feld zwischen Niedernberg und Großostheim zu sehen., © Ralf Hettler/dpa/Archivbild

Heißeste Tage des Jahres in Bayern erwartet: Felder brennen

Bayern steuert auf die bislang heißesten Tage des Jahres zu. Am Untermain könnte das Thermometer am Dienstag bis zu 38 Grad anzeigen. Auch in anderen Landesteilen werde es mit Werten von mehr als 30 Grad vielerorts sehr heiß, sagte Dominik Smieskol vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in München. Für Badegäste und Sonnenanbeter ist das eine Freude, für andere eine Qual und mitunter sogar eine Gefahr. «Bei großer Hitze sind Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen und Herz-Kreislauf-Störungen typische Beschwerden», warnte Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU).

Regen fällt mit etwas Glück in manchen Gegenden vielleicht schon am Mittwochmorgen, andernorts erst am Donnerstag. Nach wochenlanger Trockenheit rückten am Montag die Feuerwehren in Unterfranken bereits zu mehreren Bränden in Wälder und auf Felder aus. Mehrere Feuerwehrleute wurden verletzt.

In Geiselwind (Landkreis Kitzingen) mussten 80 Kinder aus einem Klettergarten gerettet werden. Grund war, dass drei angrenzende Felder aus zunächst unbekanntem Grund in Flammen aufgegangen waren. Die Löscharbeiten dauerten zweieinhalb Stunden, die Kinder blieben unverletzt.

Bei Mespelbrunn (Landkreis Aschaffenburg) brannte ein Wald nahe dem berühmten dortigen Wasserschloss. Wie die Feuerwehr berichtete, kämpften Wehren aus mehreren Orten gegen den Brand auf etwa 2000 Quadratmetern. Ein Landwirt stellte ein 3000 Liter Güllefass für das Löschwasser zur Verfügung und ein Bauunternehmen einen Tanklaster mit 10.000 Litern Fassungsvermögen. So konnten die Flammen letztlich gelöscht werden.

Nach Amorbach im Landkreis Miltenberg wurden zu zwei brennenden Stellen im Wald neben der Feuerwehr auch zwei Polizeihubschrauber gerufen, die beim Löschen helfen sollten, wie Landrat Jens Marco Scherf mitteilte. Nach Angaben der Polizeiinspektion Miltenberg hatte sich der Brand auf einer Fläche von drei Hektar ausgebreitet. Die Ermittler vermuteten, dass ein Funkenflug bei Mäharbeiten der Straßenmeisterei das Feuer verursachte. Eine Brandwache werde den Einsatzort bis in die Morgenstunden im Auge behalten, wie es hieß.

In Donnersdorf (Landkreis Schweinfurt) qualmte laut Polizei ein Mähdrescher auf einem Feld, im 45 Kilometer entfernten Wasserlosen brannte ein abgemähtes Weizenfeld. Bereits in der vergangenen Woche war es mehrfach zu solchen Flächenbränden in Bayern gekommen.

Im Freistaat herrscht in den kommenden Tagen weiter eine hohe Waldbrandgefahr – Stufe 4 und 5 und damit die zweithöchste und höchste auf der Skala werden für weite Teile erwartet. Teilweise ordneten die Bezirksregierungen Beobachtungsflüge an, um Feuer frühzeitig aus der Luft zu entdecken.

Die befürchtete Extremhitze wird nach Einschätzung von DWD-Experte Smieskols in Bayern in den kommenden Tagen ausbleiben. Für Rekorde von 40 Grad werde es wohl nicht reichen, auch wenn die Temperaturen in die Nähe dieser Marke kommen könnten. Die Hitzewelle steuert dem DWD zufolge am Dienstag erst im Westen auf einen Höhepunkt zu, am Mittwoch dann im Osten Bayerns. Heiß soll es aber überall bleiben.

Das Gesundheitsministerium hat im Internet Tipps zusammengestellt, wie sich die Hitze gut überstehen lässt, etwa durch das Abdunkeln der Wohnung. Wichtig auch: viel Trinken, allerdings nicht unbedingt die eiskalte Cola: «An heißen Tagen gilt: Generell sollte die Flüssigkeit weder sehr kalt noch sehr heiß sein.» Beim Essen sei leichte Kost sinnvoll, etwa Salate, Gemüse oder Obst, das viel Wasser enthält. Und alles, bloß keinen Stress. «Wenn möglich, halten Sie eine Mittagsruhe.»

Abkühlung erhoffen sich viele im Schwimmbad oder auch beim Baden in einem See. Doch das ist nicht überall ratsam. So wurden in Nordbayern einige Seen wegen einer Häufung von Blaualgen für den Badebetrieb gesperrt, etwa der Baggersee in Ebing (Landkreis Bamberg), der Kleine Dutzendteich in Nürnberg, der Goldbergsee in Coburg oder eine Badestelle des Altmühlsees im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen. Blaualgen können sich bei großer Hitze in Gewässern bilden, wenn der Nährstoffgehalt hoch ist, etwa weil Fäkalien aus Kläranlagen oder Kunstdünger aus der Landwirtschaft eingespült werden.