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Hecking über den FC Bayern: «Ich spüre, dass sie nachdenken»

Mönchengladbach (dpa/lnw) – Dieter Hecking wittert den nächsten Überraschungs-Coup: Nach dem guten Saisonstart fährt Borussia Mönchengladbach voller Optimismus zum Spitzenspiel beim FC Bayern München und will am Samstag (18.30 Uhr/Sky) die Verunsicherung des Serienmeisters nutzen.

«Es ist nie verkehrt, gegen eine Mannschaft zu spielen, die nachdenkt. Ich spüre, dass sie nachdenken. Und das kennt man in München nicht», sagte Trainer Hecking am Donnerstag und sieht dies ganz augenscheinlich als Vorteil für sein Team. «Sie merken, dass etwas nicht passt und sind auf der Suche danach, was es ist», erklärte der 54-Jährige: «Man hört raus, dass sie nach der Leichtigkeit suchen. Drei Spiele nicht gewonnen zu haben, ist für sie etwas Neues. Damit müssen sie lernen umzugehen.»

Sich auf die Verunsicherung des Gegners zu verlassen, wäre laut Hecking aber «fatal. Es kann von mir aus gerne so sein, dass sie auch am Samstag keine Leichtigkeit haben. Aber man weiß, dass sie in München auch schnell wieder da sein kann. Ich bin weit davon entfernt, zu sagen, dass es jetzt leicht wird.»

Derweil gab es trotz des guten Saisonstarts der Borussia, die als Vierter nur zwei Punkte weniger hat als der FC Bayern, derzeit noch keine Gespräche über eine Vertragsverlängerung mit Hecking. «Dass wir irgendwann reden, ist selbstverständlich. Aber wir haben bis heute noch kein Datum vereinbart», sagte Eberl. Hecking erklärte: «Irgendwann, wenn es von Max‘ Seite so weit ist, werden wir das Gespräch führen. Dass ich dafür offen bin, habe ich schon mehrfach betont. Aber es gibt von meiner Seite aus keinen Druck, das zeitnah zu machen.» Hecking betonte aber auch: «Nach den Umstrukturierungs-Maßnahmen im Sommer sieht es gut und stimmig aus.»

Bald kehrt dann auch Kapitän und Nationalspieler Lars Stindl nach seinem Ende April erlittenen Syndesmoseriss zurück. In München wird er aber allenfalls zu einem Kurzeinsatz kommen. «Ich bin froh, dass er wieder dabei ist», sagte Hecking: «Von der Verletzung her ist er so weit und es kann sein, dass er in München im Verlauf des Spiels noch wichtig für uns wird. Aber so richtig geht die Saison für ihn nach der Länderspiel-Pause los.»

Im neuen 4-3-3-System sieht der Trainer Stindl dann «als einen der beiden Achter». Im Vorjahr hatte der 30-Jährige meist als hängende Spitze hinter Raffael agiert.