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Bayerns Vereine starten in den Cup

München/Augsburg/Nürnberg (dpa/lby) – Der FC Bayern kann den Start im DFB-Pokal bequem von zuhause aus mitverfolgen. Der Münchner Triple-Sieger bestreitet seine Erstrundenpartie gegen Leichtgewicht 1. FC Düren erst am 15. Oktober (20.45 Uhr/Sport1 und Sky). So kurz nach dem Triumph in der Champions League am 23. August wäre die frühe Belastung für den deutschen Fußball-Rekordmeister beträchtlich gewesen. Für die anderen acht bayerischen Pokal-Vertreter wird es dagegen schon an diesem Wochenende ernst. Die einen hoffen auf eine Sensation, die anderen wollen sich nicht blamieren. Der 1. FC Schweinfurt 05 wurde von einem Gerichtsentscheid überrascht.

Die Sache mit dem Ex

Robert Klauß kennt den ersten Pokal-Kontrahenten seines 1. FC Nürnberg bestens. Schließlich war der 35-Jährige bis zum Sommer im Trainerstab von Julian Nagelsmann bei RB Leipzig. «Grundsätzlich musst du als Zweitligist immer gucken, wie kannst du die Stärken des Gegners etwas eliminieren, ohne gleichzeitig deine eigene Identität zu verlieren», beschrieb Klauß seine große Herausforderung für das Pokal-Duell gegen den Champions-League-Halbfinalisten am Samstag (15.30 Uhr). Personelle Sorgen hat er vor seinem Pflichtspieldebüt nicht. Nagelsmann erwartet, dass die forschen Nürnberger «total grenzgängermäßig unterwegs sein» werden.

«Löwen» als «würdiger Gegner» für die Eintracht

Fußball-Drittligist 1860 München hat richtig Lust auf den Cup. «Jeder hat Bock auf DFB-Pokal. Wenn bestimmte Sternenkonstellationen zusammenkommen, dann kann es reichen, dass wir hoch gehen», meinte Trainer Michael Köllner vor dem schweren Duell mit Eintracht Frankfurt am Samstag (15.30 Uhr). Die «Löwen» hatten eine Woche vor dem frühen Saisonhöhepunkt gegen den Cup-Sieger von 2018 bereits den Toto-Pokal im Freistaat gewonnen. Im Elfmeterschießen wurde Zweitliga-Aufsteiger Würzburger Kickers bezwungen. «Das war psychologisch wichtig», betonte Köllner. «Wir werden zeigen, dass wir ein würdiger Gegner für die Eintracht sind.»

Wird Eintracht Celle der nächste SC Verl?

Der FC Augsburg will sich nicht schon wieder blamieren. 2019 wurde ein 1:2 beim Regionalligisten SC Verl gleich zur Endstation. Diesmal gastieren die Amateur-Kicker von Eintracht Celle am Samstag (15.30 Uhr) in der WWK Arena. Heiko Herrlichs Mannschaft will sich gegen den Fünftligisten unbedingt durchsetzen. «Wir wollen – anders als vergangene Saison – gleich einen guten Start haben und diese Hürde gegen Celle nehmen», sagte Herrlich, der im Tor auf Neuzugang Rafal Gikiewicz (Union Berlin) setzt. Stürmer Alfred Finnbogason und Allrounder Daniel Caligiuri sind angeschlagen.

Mit «Ernsthaftigkeit und Seriosität»

In der vergangenen Saison scheiterte die SpVgg Greuther Fürth zum Auftakt am Drittligisten MSV Duisburg (0:2). Das soll sich für die Franken nicht wiederholen. Mit «Ernsthaftigkeit und Seriosität» wollen die Fürther nach Aussage von Trainer Stefan Leitl am Samstag (15.30 Uhr) gegen den Oberligisten RSV Meinerzhagen in die zweite Runde einziehen. «Wir sind der Favorit und dementsprechend wollen wir auch auftreten.» Innenverteidiger Mergim Mavraj wird im Fürther Heimspiel wegen einer Oberschenkelverletzung fehlen.

Nicht wie 2019

2019 scheiterten die Schanzer nur knapp in der ersten Runde. Nikola Dovedan schoss den 1. FC Nürnberg mit einem späten Tor weiter. Gegen Bundesliga-Absteiger Fortuna Düsseldorf am Samstag (18.30 Uhr) will es der FC Ingolstadt diesmal besser machen. «Wir haben kaum zusammen auf dem Platz trainieren können, waren viel im Homeoffice. Aber: Unser Team kennt sich, wir sind widerstandsfähig und werden nicht lamentieren», betonte Trainer Tomas Oral vor der Erstrundenpartie gegen die Rheinländer. Zwei Corona-Fälle hatten die Vorbereitung der Schanzer jedoch gehörig durcheinandergebracht.

Schock für Schweinfurt

Der 1. FC Schweinfurt 05 wurde am Freitagabend geschockt. Der Deutsche Fußball-Bund setzte das für Sonntag (15.30 Uhr) geplante Pokalspiel beim Bundesligisten FC Schalke 04 vorerst ab. Zuvor hatte das Landgericht München I entschieden, dass der Drittligist Türkgücü München anstelle des Regionalligisten Schweinfurt als bayerischer Vertreter gegen die Schalker antreten soll. Türkgücü war gegen den Beschluss des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV) vorgegangen, die Schweinfurter als bestes bayerisches Amateurteam neben dem TSV 1860 München für den DFB-Pokal zu benennen. Die «Löwen» hatten das Ticket über den Toto-Pokal gebucht, Türkgücü wurde vom BFV wegen des Aufstiegs in die 3. Liga nicht berücksichtigt. Man sei auch überrascht worden, hatte eine Sprecherin der Schweinfurter der Deutschen Presse-Agentur vor der Absetzung gesagt.

Jagd auf «Rote Teufel»

«Pokalspiele sind immer sehr eng, es ist immer ein Duell auf Augenhöhe», meinte der Regensburger Verteidiger Oliver Hein vor der Partie seines SSV Jahn beim 1. FC Kaiserslautern am Sonntag (15.30 Uhr). «Für uns geht es darum, dass wir die Intensität, für die wir bekannt sind, auf den Platz bringen.» Dann soll es für die Oberpfälzer, die in Benedikt Gimber einen neuen Kapitän haben, auch gegen die «Roten Teufel» klappen.

Duell auf Augenhöhe

Die Würzburger Kickers sind im DFB-Pokal erst am Montag (18.30 Uhr) dran. Dann trifft der Aufsteiger in die 2. Bundesliga auf Hannover 96. Ein Duell auf Augenhöhe. In der vergangenen Saison hatte es der Toto-Pokal-Gewinner zum Auftakt richtig gut gemacht. Einen 0:2-Rückstand während der regulären Spielzeit holte die Mannschaft von Trainer Michael Schiele gegen Bundesligist 1899 Hoffenheim zwar noch auf, unterlag dann aber im Elfmeterschießen.