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Gesundheitsminister sieht eine «Pandemie der Ungeimpften»

München (dpa/lby) – Die Sieben-Tage-Inzidenz ist bei Menschen mit Corona-Impfung in Bayern weiterhin sehr niedrig. Darauf hat Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) am Freitag hingewiesen. Während die Inzidenz bei Geimpften bei gerade einmal 9,2 liege, sei sie bei Ungeimpften bei 110,6. Der Inzidenz-Durchschnittswert lag am Freitag laut Robert Koch-Institut (RKI) im Freistaat bei 61,8.

«Wir haben derzeit eine Pandemie der Ungeimpften», sagte Holetschek zu den Zahlen. Er schloss nicht aus, dass es künftig auch in Bayern das 2G-Modell geben könnte. Hamburg führt zum Wochenende dieses umstrittene System ein, bei dem beispielsweise Restaurants oder Konzertveranstalter nur noch Geimpften und Genesenen Zutritt erlauben können. In dem Fall entfallen weitere Beschränkungen. Ungeimpfte dürften dann aber auch mit einem negativen Test nicht teilnehmen.

Holetschek betonte, dass in Bayern 58 Prozent der Menschen vollständig geimpft seien. Es gebe zwar Bürgerinnen und Bürger, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen könnten. Es gebe laut RKI aber nur wenige Gründe, die einer Impfung entgegenstünden. «Und wenn ich sehe, dass von Ende Juli bis Mitte August rund 85 Prozent aller in bayerischen Krankenhäusern behandelten Covid-19-Patienten ungeimpft waren, spricht das eine wirklich ganz deutliche Sprache», sagte er.

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