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Geisterspiele: Polizei sparte Zehntausende Einsatzstunden

München (dpa/lby) – Wegen der coronabedingten Geisterspiele der Fußball-Bundesliga hat die bayerische Polizei in der vergangenen Saison mehrere Zehntausend Einsatzstunden eingespart. Für 192 Spielpartien in erster, zweiter und dritter Liga, DFB-Pokal, Champions, Europa und Nations League in der Saison 2019/20 verzeichnete das bayerische Innenministerium 170 000 Einsatzstunden – die letzten Monate davon waren schon von der Corona-Krise geprägt. In der Saison zuvor waren es 215 000 Stunden gewesen. Das Minus beträgt also rund 45 000 Stunden – wobei ein direkter Vergleich auch wegen einer etwas unterschiedlichen Anzahl an Spielpaarungen und Wettbewerbspartien laut Ministerium nur bedingt möglich ist.

Von den insgesamt 192 Partien in den genannten Ligen und Wettbewerben fanden laut Innenministerium 54 Spiele ohne Zuschauer als sogenannte Geisterspiele statt. Zur Betreuung dieser Spiele waren demnach 1734 Beamte «zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung im Einsatz» – dabei fielen zusammengezählt 8226 Einsatzstunden an.

Normalerweise wäre ein Vielfaches an Beamten und Zeit dafür nötig gewesen, wie ein Vergleich mit den entsprechenden Spieltagen der Saison 2018/19 zeigt: Hier waren laut Ministerium bei 46 Heimspielen insgesamt 8180 Beamte für zusammengezählt 57 812 Stunden im Einsatz.

Auch für den ersten Spieltag der neuen Saison waren coronabedingt viel weniger Beamte nötig als in normalen Jahren – weil die Spiele entweder mit gar keinen oder mit viel weniger Zuschauern stattfanden als sonst üblich. Bei sechs Heimspielen waren heuer 216 Beamte für insgesamt 954 Stunden im Einsatz. Bei fünf Heimpartien am ersten Spieltag im Herbst 2019 waren es 680 Beamte und 4393 Stunden gewesen.

Die Arbeit ist der Polizei aber deshalb nicht ausgegangen: Die Arbeitsbelastung sei «unvermindert hoch», betont das Innenministerium und verweist unter anderem auf die Überwachung der Maskenpflicht und anderer Corona-Infektionsschutzmaßnahmen, mehr Kontrollen im öffentlichen Raum und die «polizeiliche Betreuung» zahlreicher Demonstrationen, und das mit vielen Beamten. Alles in allem sei man aber «gut gerüstet und vor allem auch personell gut ausgestattet».