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Gauweiler mit Strauß-Zitat: Stammkundschaft pflegen

Augsburg (dpa) – Der langjährige CSU-Spitzenpolitiker Peter Gauweiler warnt seine Partei vor zuviel grünem Zeitgeist. «Die letzten sechs Jahre waren ein Wechselbad der Gefühle. Zwischen AfD-Nachmacherei und den Gesprächen mit Bäumen. Nimmt man uns das ab?», fragt Gauweiler in einem Interview der «Augsburger Allgemeinen» (Samstag). «Die CSU darf keine Mainstream-Partei werden. An der Spitze des Fortschritts zu stehen heißt bei uns nach wie vor, auch konservativ zu sein.»

CSU-Chef Markus Söder hatte zuletzt dafür geworben, nicht nur die Stammkundschaft zu bedienen. Gauweiler (71) kontert mit einer Aussage der CSU-Ikone Franz Josef Strauß: «Von FJS stammt der Satz: Stammkundschaft geht vor Laufkundschaft und er hatte recht damit.» Gauweiler wandte sich auch gegen Generalsekretär Markus Blume, der kürzlich sagte, die CSU solle die Finger von Identitätsthemen lassen: «Noch vor wenigen Jahren hat die CSU in Berlin ein Heimatministerium gegründet, dessen Aufgabe die Wahrung der Identität unserer Heimat bestimmen sollte. Sollen wir davon wirklich die Finger lassen?»

Für das neue Buch («Die Selbstgerechten») der früheren Linken-Bundestagsfraktionsvorsitzenden Sahra Wagenknecht fand Gauweiler, der auch mit Wagenknechts Mann Oskar Lafontaine befreundet ist, lobende Worte: «Sie schreibt ja gegen die Dominanz des Linksliberalismus an und liest uns dabei unsere eigenen Gedanken vor. Für religiösen Glauben, für Wertschätzung von Traditionen und für die Nation als Bezugsrahmen sei bei den Linksliberalen kein Platz.»

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