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Freier Wähler wirft Huml Fehler bei Hebammenpolitik vor

München (dpa/lby) – Mit für Koalitionäre ungewohnt kritischen Worten haben die Freien Wähler die Arbeit von Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) bei der Sicherung der Geburtshilfe in Bayern kritisiert. «Wenn die Situation der Geburtshilfe noch etwas besser ist als in anderen Bundesländern, ist das noch lange kein Grund, sich zufrieden zurückzulehnen», sagte der Landtagsabgeordnete Tobias Gotthardt (Freie Wähler) am Freitag laut Mitteilung. Er reagierte damit auf die ungelösten Personalprobleme in der Geburtshilfe im Krankenhaus Aichach (Landkreis Aichach-Friedberg). Dort konnte der neue Kreißsaal aufgrund fehlender Beleghebammen nicht seine Arbeit aufnehmen.

Laut Gotthardt unterschätzt Huml – immerhin seit fünf Jahren als Ministerin verantwortlich für das Ressort – die Brisanz des Themas, es stimme etwas nicht im System. «Allein sieben Geburtsstationen haben in Bayern seit 2016 ihre Pforten geschlossen», betonte er. Eine wohnortnahe Geburtshilfe sei für ihn Teil der öffentlichen Daseinsfürsorge. Fahrten von bis zu 60 Kilometern zur nächsten Geburtsstation seien nicht akzeptabel.

Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums entgegnete auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur, die Kritik sei sachlich nicht nachvollziehbar. Er verwies unter anderem darauf, dass Huml erst kürzlich betont hatte, sie werde ihren Einsatz für die Hebammenversorgung im Freistaat weiter verstärken. Zudem will das Kabinett von CSU und Freien Wählern am Montag unter anderem ein neues Gründerpaket für Hebammen auf den Weg bringen.