Forscher fordern strengere Regulierung bei Leih-E-Scootern

Der massenhafte Verleih von Tretrollern mit Elektroantrieb gefährdet nach Ansicht von Unfallforschern die Verkehrssicherheit in großen Städten. «Es kann nicht sein, dass die E-Scooter reine Touristenspaßmobile sind, hier müssen dringend Maßnahmen getroffen werden», sagte Siegfried Brockmann, Chef-Unfallforscher im Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), der Mediengruppe Münchner Merkur/tz (Donnerstag).

Brockmann schlägt dem Bericht zufolge etwa vor, die Geschwindigkeit der Roller in Fußgängerzonen anhand der GPS-Position automatisch zu drosseln. Auch Reaktionstests in der App des Verleihers seien sinnvoll, um möglichen Alkoholkonsum festzustellen. Bislang gebe es das nur vereinzelt.

Verglichen mit Fahrradfahrern kollidieren dem Experten zufolge E-Roller-Fahrer doppelt so häufig mit Fußgängern. Mit 18,5 Prozent ist die «falsche Straßennutzung» die zweithäufigste Ursache von E-Scooter-Unfällen – die Rollerfahrer sind oft auf dem Gehweg unterwegs.

Häufigste Unfallursache ist mit 20 Prozent Verkehrsuntüchtigkeit, in der Regel aufgrund von Alkohol. «Das ist eine klare Ansage an die Ordnungsbehörden, insbesondere die Polizei: Hier muss strenger kontrolliert werden», forderte Brockmann in der Zeitung.

Dass für die Probleme hauptsächlich Leih-Flotten verantwortlich sind, zeigt eine eigene Auswertung der Forscher. Demnach verhalten sich Vielfahrer verglichen mit Gelegenheitsnutzern deutlich regelkonformer. Es zeichne sich ab, dass der E-Scooter im Privatbesitz sinnvoll sei – nicht nur in Großstädten, sondern auch in ländlichen Gemeinden, sagte Brockmann. «Gerade dann, wenn Bus und Bahn fehlen, kann der E-Scooter ein nützliches Verkehrsmittel sein.»