Forchheimer Annafest: Faste eine halbe Million Besucher – insgesamt friedlich, aber mehr Polizeieinsätze als im Vorjahr.

Das Forchheimer Annafest war nach Angaben der Veranstalter unterm Strich friedlich – dennoch meldet die Polizei in diesem Jahr 175 Einsätze. Und damit waren die Beamten nach eigenen Angaben deutlich höher gefordert als im Vorjahr.

 

So gab es mehr Fälle von Körperverletzungen. Dazu kommen sechs sexuell motivierte Straftaten. Die Täter berührten hier Annafestbesucherinnen an den Brüsten oder auch am Gesäß unsittlich. Zwei Straftäter konnte die Polizei hier bereits ermitteln. Dazu kommen mehr Aggressionen gegenüber Polizisten. Auch die Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes sowie die Rettungskräfte klagten über mangelnden Respekt. So hat ein betrunkener Annafest-Besucher einen Arzt und eine Krankenschwester während einer Behandlung wüst beschimpft.

 

Auch Alkohol war ein Problem. Insgesamt forderten zahlreiche, teilweise stark betrunkene Festbesucher die Polizei und die Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes. In den meisten Fällen blieb es bei Belehrungen, allerdings mussten 20 Personen in die Zelle.

 

Hier eine weitere Meldung aus Sicht des Ordnungsamtes:

Zufriedene Gesichter nach dem Forchheimer Annafest in diesem Jahr. Fast eine halbe Million Gäste haben das Fest im Kellerwald besucht. Auch wenn die Polizei mit 175 Einsätzen deutlich stärker beschäftigt war als im Vorjahr: aus Sicht des Ordnungsamtes war der Verlauf friedlich. Und auch Wirte und Schausteller waren zufrieden, so Ordnungsamtschef Klaus Backer im Radio Bamberg Interview:

Das Forchheimer Annafest ist gestern (30.7.) nach 11 Tagen zu Ende gegangen.

 

 

Hier die vollständige Polizeibilanz im Original:

Die Polizeiinspektion Forchheim zieht für das diesjährige Annafest folgende Bilanz:

 

Insgesamt war die Polizei mit rund 175 Einsätzen heuer deutlich öfter gefordert als im Vorjahr, wenngleich man bei der Vielzahl an Festbesuchern immer noch von einem friedlichen Festverlauf sprechen kann. Neben Hilfeleistungen, streitschlichtenden Maßnahmen und Erhöhung der sichtbaren Polizeipräsenz, bildeten diverse Ordnungsstörungen und Aufnahmen von Straftaten die Einsatzschwerpunkte:

 

Statistik  (Auszug)   Stand  31.07.2018, 14.00 Uhr:  (Vorjahreszahlen in Klammern)

 

  • Körperverletzungen:          18       (15)
  • Raub:                                    1          (1)
  • Diebstahl:                             4          (6)
  • Beleidigungen:                   5          (13)
  • Sachbeschädigungen:      8          (9)
  • Trunkenheitsfahrten:         1          (4)
  • Annafestverordnung:        5          (4)   mit  Verwarnungsgeld geahndet,

ohne Belehrungen

  • Gewahrsamnahmen:         20       (23)

 

Die Körperverletzungsdelikte sind zwar leicht angestiegen, in den meisten Fällen wurden die Kontrahenten jedoch nicht schwer verletzt. Die unrühmliche Ausnahme in diesem Deliktsbereich bildet eine gefährliche Körperverletzung, bei der ein 27-jähriger einem 16-jährigen unvermittelt einen 0,5 l-Krug ins Gesicht schlug und diesen dabei – wie bereits berichtet – nicht unerheblich verletzte. Über einen Übergriff durch zwei bislang unbekannte Täter, in dessen Folge der Geschädigte übel zusammengeschlagen wurde und anschließend Geldbeutel und Handy fehlten berichteten wir ebenfalls bereits.

 

Auffällig war die Zahl von Aggressionsdelikten gegen Polizeibeamte. Dieses Jahr wurden insgesamt 6 Fälle in diesem Phänomenbereich aufgenommen, vier Polizeibeamte wurden dabei leicht verletzt. Auch die Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes sowie die Rettungskräfte klagten über mangelnden Respekt und zunehmende Aggressivität. Ein Arzt und drei Krankenschwestern wurden von einem betrunkenen Annafest-Besucher während seiner „Anschlußbehandlung“ körperlich und verbal angegangen.

 

Weiterhin kam es zu sechs sexuell motivierten Straftaten. Hierbei wurden Annafestbesucherinnen an den Brüsten oder aber auch am Gesäß über der Kleidung unsittlich berührt. Zwei Straftäter konnte die Polizei bereits ermitteln.

 

Auch dieses Jahr mussten wieder Sachbeschädigungen verzeichnet werden. Während im letzten Jahr vorwiegend Zäune und Pkw angegangen wurden, kam es heuer zu Beschädigungen von Kleidungsstücken, Brillen und anderen persönlichen Gegenständen im Rahmen von Auseinandersetzungen und Streitigkeiten.

 

Insgesamt forderten zahlreiche, teilweise stark alkoholisierte, Festbesucher der Polizei und den Mitarbeitern des Sicherheitsdienstes viel Fingerspitzengefühl, aber auch nachhaltiges Vorgehen ab. In den meisten Fällen blieb es bei Belehrungen, allerdings mussten 20 Personen in Gewahrsam genommen werden. Vierzig weiteren Personen wurde für den jeweils laufenden Annafest-Tag ein Platzverweis erteilt werden. Vier Männern wurde ein „Annafestverbot“ ausgesprochen, mit dem den Störenfrieden das Betreten des Festgeländes für die Restdauer des Annafestes verboten wurde. (Auch darüber berichteten wir bereits.) Darüber hinaus wurden mit vier polizeibekannten Aggressoren im Vorfeld klärende und deutliche Gespräche geführt, daß ein Fehlverhalten ihrerseits nicht geduldet wird und sofort ein „Annafestverbot“ nach sich ziehen würde. Diese vier Personen verhielten sich daraufhin auch unauffällig.

 

Die Überwachung des Jugendschutzes erfolgte auch dieses Jahr in enger Zusammenarbeit mit dem Jugendamt Forchheim. Auch die Mitarbeiter der Sicherheitswacht Forchheim, die vor allem in den Nachmittagsstunden eingesetzt waren, leisteten erneut einen wertvollen Beitrag für ein sicheres Annafest.

 

Resümierend kann festgestellt werden, dass das Annafest, gemessen an der Vielzahl der Besucher, überwiegend gesellig gefeiert wurde. Die Unvernunft einiger Weniger beschäftigte dennoch immer wieder die Polizei.

Letztendlich war das Zusammenwirken aller am Fest beteiligten Organisationen und das Engagement ihrer Mitarbeiter der Garant, dass tausende Besucher dieses schöne Fest genießen konnten.