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FCN im Pech: Behrens verpasst Happy End beim 1:1 gegen Aue

Nürnberg (dpa/lby) – Der 1. FC Nürnberg hat den dringend benötigten Heimsieg im Abstiegskampf der 2. Fußball-Bundesliga nicht erzwingen können. Die Franken kamen bei ihrer Geisterspiel-Premiere im Max-Morlock-Stadion gegen Erzgebirge Aue am Freitagabend trotz einer energischen Schlussoffensive nicht über ein 1:1 (0:0) hinaus.

Beide Tore erzielten die Gäste: Dimitrij Nazarov traf mit dem Kopf (51. Minute). Doch Abwehrspieler Sören Gonther (63.) traf bei einem Klärungsversuch ins eigene Tor. Kapitän Hanno Behrens hätte bei einem Pfostentreffer in der 80. Minute fast für das Happy End gesorgt. Der «Club» muss mit 30 Punkten weiter bangen. Die gute Nachricht kam zeitgleich aus Heidenheim, wo der Tabellen-16. Wehen Wiesbaden mit 0:1 verlor. Auf die Hessen hat der FCN nun zwei Punkte Vorsprung.

Jens Keller hatte seinem Team einen klaren Auftrag erteilt: «Drei Punkte sind unser großes Ziel.» Bedingungslos nach vorne aber rannte seine Elf nicht. Der «Club» brauchte eine lange Anlaufzeit, bis Behrens nach 35 Minuten das 1:0 auf dem rechten Fuß hatte. Aber der Kapitän scheiterte nach einer präzisen Flanke von Tim Handwerker mit seinem Flachschuss freistehend aus acht Metern an Aues Torwart Martin Männel, der reaktionsschnell mit der rechten Hand den Ball abwehrte.

Zu diesem Zeitpunkt war Lukas Mühl, der für den angeschlagenen Georg Margreitter in die Abwehr gerückt war, schon wieder verletzt vom Platz gehumpelt. Ihn musste Asger Sörensen im Zentrum ersetzen (25.).

Die Reise der Gäste nach Franken war am Donnerstag von einem Schreckmoment überschattet worden, weil der Teambus der Sachsen in einen Unfall verwickelt wurde. Den Sachsen war auf dem Platz aber nichts anzumerken. Jan Hochscheidt trieb das Auer Offensivspiel immer wieder an. Nach seinem Pass hätte Florian Krüger auf rund 14 Metern treffen müssen, zielte aber knapp am Nürnberger Tor vorbei (39.), in dem Felix Dornebusch für den gesperrten Christian Mathenia stand.

Das Problem des «Club» blieb auch nach der Pause die Effektivität im Abschluss. Johannes Geis zirkelte aus zentraler Position einen Freistoß über das Tor (49.). Anders Aue: Die zweite Großchance saß. Nazarov verwandelte bei seinem zehnten Saisontor eine präzise Flanke von Krüger mit dem Kopf. Robin Hack hätte das 0:1 schnell kontern können, köpfte aber aus wenigen Metern zentral auf Torwart Männel (54.). Wären Zuschauer im Stadion gewesen, hätten sie aufgestöhnt.

Der «Club» wehrte sich aber. Behrens erzwang mit seinem energischen Einsatz im Strafraum das Eigentor von Gonther, der den Ball bei seinem Klärungsversuch ins eigene Tor drosch. Und Behrens wäre fast zum Matchwinner geworden, als er eine Hereingabe von Handwerker irgendiwe mit der Fußspitze an den Pfosten verlängerte. Unverdient wäre das Happy-End für den «Club» nicht gewesen.