Mathys Tel (l) und Matthijs de Ligt vom FC Bayern München., © Matthias Balk/dpa

FC Bayern und das «spannende Projekt»: Tel nach München

Für die Vertragsunterschrift tauschte Bayerns neue Offensivhoffnung Mathys Tel seine beige Hose vom Vortag gegen einen schicken dunklen Anzug. Dann schnürte das 17 Jahre alte Fußball-Versprechen erstmals seine Schuhe auf dem Trainingsgelände an der Säbener Straße. Nur wenige Stunden nach der Unterzeichnung seines neuen Arbeitspapiers stand am Dienstag die erste Einheit mit den neuen Kollegen auf dem Programm. Im Ballhochhalten mit Abwehrspieler Lucas Hernández ließ Tel sein Können durchblitzen.

Der Teenager von Stade Rennes ist ein Münchner Investment in die Zukunft und Teil einer großen Vision von Trainer Julian Nagelsmann. «Eines Tages könnte er einer der besten Stürmer sein. Das ist unsere Idee, unser Plan», sagte Nagelsmann noch auf der USA-Reise. Er «habe die Vision, dass er eines Tages 40 Tore pro Saison erzielen könnte» für den deutschen Fußball-Rekordmeister. «Aber wenn er diese Saison zehn Tore schießt, sind wir alle glücklich.»

Nicht gerade wenig Druck für einen Jugendlichen, der in der Ligue 1 bislang lediglich 49 Minuten Profiluft schnupperte. Die Bayern sollen ein Ablösepaket von bis zu 30 Millionen Euro für ihren Wunschstürmer geschnürt haben. Über die Vertragsdauer machte der Bundesligist keine Angaben. Medienberichten zufolge einigten sich Verein und Spieler auf eine Zusammenarbeit von mindestens fünf Jahren.

«Wir haben ihn schon lange beobachtet und konnten ihn jetzt überzeugen, seine nächsten wichtigen Schritte in München bei uns zu setzen», äußerte Sportvorstand Hasan Salihamidzic. Die Entwicklung solch eines jungen Spielern sei ein «spannendes Projekt» für alle. «Wir sind alle überzeugt, dass er eine große Karriere vor sich hat und unserer Mannschaft helfen wird.»

An der Isar könnte der Kapitän von Frankreichs U17-Nationalmannschaft zunächst als Backup reifen. «Ich freue mich sehr auf diese tolle Herausforderung und werde für diesen Club alles geben», versprach Tel, der laut Nagelsmann «kein 1:1-Ersatz» für Robert Lewandowski ist. Den Abgang des Weltfußballers wollen die Münchner zunächst mit den etablierten Kräften und einer angepassten Spielweise auffangen.

Tel ist nach Sadio Mané (FC Liverpool), Matthijs de Ligt (Juventus Turin) sowie Noussair Mazraoui und Ryan Gravenberch (Ajax Amsterdam) der fünfte Neuzugang der Münchner in diesem Sommer. Konrad Laimer (RB Leipzig) bleibt zudem ein Kandidat.