© Sven Hoppe

Facebookposts von Bamberger CSU-Verantwortlichen sorgen aktuell für große Aufregung

So beklagen der schwul-lesbische Verein Uferlos und die queere Hochschulgemeinde in einem offenen Brief die Reaktion von Wolfgang Heim und Florian Köhn auf einen Transsexuellen auf einem Playboy Cover. Kommentare wie  „Wer Gagasternchen sät, wird so einen Playboy ernten“ oder „Schwulenjournal“ oder weil es zu wenige hetero Männer gibt, die zu sich selbst stehen?“ seien homophob und transfeindlich. In einem Schreiben an Radio Bamberg entschuldigen sich Heim und Köhn – sie erklären, dass sie als Privatpersonen gepostet haben.  Zitat: „Es war niemals unsere Absicht, dadurch Menschen abzuwerten oder zu verletzen. Sollte der Post beziehungsweise die darunter stehenden Kommentare dies ausgelöst haben, dann tut uns das aufrichtig leid und wir entschuldigen uns bei allen, die sich hierdurch angegriffen oder verletzt fühlen“.

Hier der offene Brief von Uferlos e.V. und der Queeren CommUNIty Bamberg:

 

wir befinden uns kurz nach dem „Pride Month“. Überall im Land finden friedliche, bunte und fröhliche Veranstaltungen im Rahmen von Christopher Street Days oder Pride Paraden statt. Die LGBTQIA+ Community feiert auf diese Weise sich selbst, aber auch die sexuelle Selbstbestimmung und insbesondere die gesellschaftliche Toleranz. Jene Toleranz wird z.B. auch dadurch zum Ausdruck gebracht, dass auf dem Deutschen Bundestag das erste Mal die Regenbogenflagge gehisst wurde.

Umso mehr sind wir sehr irritiert, dass oben erwähnte Toleranz vom Bamberger Kreisverband der CSU augenscheinlich nicht nur nicht gelebt, sondern mit Füßen getreten wird. Anders ist es nicht zu erklären, dass der Kreisgeschäftsführer der CSU Bamberg, Herr Florian Köhn den beigefügten, homophoben Facebook-Post einer Person, die auch NS-Verbrechen verharmlost, geteilt und abfällig kommentiert hat. Darüber hinaus haben auch Sie, Herr Heim diesen Beitrag abfällig kommentiert („Schwulenjournal“, „weil es zu wenige hetero Männer gibt, die zu sich selbst stehen?“). Weitere homophobe und transfeindliche Kommentare von CSU-Mitgliedern reihen sich darunter ein.

Wir fragen Sie als Vorsitzenden der Bamberger CSU deshalb: Welches Menschen- und Gesellschaftsbild vertritt die Bamberger CSU? Halten Sie es für angebracht, dass Sie und andere Amtsträger wie Herr Köhn, bzw. auch einfache Mitglieder ihrer Partei sich homophob, sexistisch, chauvinistisch und derart verächtlich gegenüber der LGBTQIA+ community äußern?

Uferlos e.V. und der Queeren CommUNIty Bamberg

 

hier das

Statement von Wolfgang Heim und Florian Köhn

Ich (Florian Köhn) habe als Privatperson ein Posting zum Thema „Ästhetik“ und „Gendersprache“ geteilt, das ich zu der Diskussion pointiert und zugespitzt fand. Soweit ich (Wolfgang Heim) kommentiert habe, erfolgte dies ebenfalls rein privat.

Es war niemals unsere Absicht, dadurch Menschen abzuwerten oder zu verletzen. Sollte der Post bzw. die darunter stehenden Kommentare dies ausgelöst haben, dann tut uns das aufrichtig leid und wir entschuldigen uns bei allen, die sich hierdurch angegriffen oder verletzt fühlen.

Wir bekennen uns uneingeschränkt zu den Werten Toleranz, Weltoffenheit, Respekt und Vielfalt. Wir würden daher gerne mit den Unterzeichnern von Uferlos e.V. und Queere CommUNIty Bamberg ins Gespräch kommen und werden in den nächsten Tagen eine Einladung aussprechen und würden uns über ein Austausch sehr freuen.

Bamberg, 02.08.2022
Wolfgang Heim, Florian Köhn