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Einheitsfeier: Kein rauschendes Fest in Mödlareuth

Mödlareuth (dpa) – 30 Jahre nach der Wiedervereinigung wird der Tag der Deutschen Einheit im ehemals geteilten Dorf Mödlareuth coronabedingt ruhiger begangen. Ein ökumenischer Gottesdienst findet heute in einem offenen Zelt statt, eine Party mit Blasmusik und Co. wird es in diesem Jahr nicht geben. Das «Deutschlandfest» von CDU und CSU, zu dem in der Vergangenheit mehrere Tausend Menschen kamen, findet virtuell statt. Zuvor trifft sich Ministerpräsident Markus Söder (CSU) mit seinem sächsischen Amtskollegen Michael Kretschmer (CDU) zu einem Einheitsfrühstück in Heinersgrün (Sachsen).

Geschichtsinteressierte können allerdings weiter das Deutsch-Deutsche Museum besuchen, das an die Einheit erinnern wird. Wegen der Corona-Krise werde die Besichtigung der Ausstellungen aber nur eingeschränkt möglich sein, sagte Museumsleiter Robert Lebegern. «Wir haben versucht, das Bestmöglichste daraus zu machen.»

Das Dorf Mödlareuth mit den etwa 50 Einwohnern an der Grenze zwischen Bayern und Thüringen war jahrzehntelang durch eine Mauer geteilt. Mehr als 37 Jahre lang war es auf legale Weise nicht möglich, die Grenze zu überschreiten, um von dem einen in den anderen Ortsteil zu gelangen. Auf 100 Metern ist die mehr als drei Meter hohe Mauer samt Stacheldraht und Selbstschussanlagen als Teil des Deutsch-Deutschen Museums im Ort stehengeblieben. Bayern hatte unter den westdeutschen Bundesländern mit 422 Kilometern die längste Grenze zur DDR.