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Ehemaliger Chefarzt akzeptiert Geldauflage

Bamberg (dpa/lby) – Gegen eine Geldstrafe von 9000 Euro ist das Verfahren gegen einen ehemaligen Chefarzt am Klinikum Bamberg wegen eines sexuellen Übergriffs eingestellt worden. Dies bestätige ein Sprecher des Landgerichts Bamberg am Freitag auf Anfrage. Dem 48-jährigen Angeklagten war vorgeworfen worden, im Dezember 2016 eine Angestellte gegen deren Willen geküsst und gezwungen zu haben, ihn oral zu befriedigen. Die Staatsanwaltschaft hatte im ersten Verfahren eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und drei Monaten gefordert, die Verteidigung hatte auf Freispruch plädiert.

Schließlich war der Mediziner wegen eines minderschweren sexuellen Übergriffs zu einer Geldstrafe von 14 400 Euro verurteilt worden. In der damaligen Urteilsbegründung des Landgerichts Bamberg hieß es laut einem Bericht des «Fränkischen Tags», dass der Chefarzt die Mitarbeiterin «durch Bitten und Betteln» zum Oralverkehr gedrängt habe, obwohl diese «ihren entgegenstehenden Willen erkennbar geäußert» habe. Zuvor soll es einvernehmliche Sexualkontakte zwischen den beiden gegeben haben.

Der Bundesgerichtshof (BGH) hob das Urteil jedoch auf und verwies die Sache zurück, weil dem Angeklagten nicht nachgewiesen werden konnte, dass er vorsätzlich strafbar gehandelt habe. Das Landgericht Bamberg verzichtete auf eine erneute Verhandlung, nachdem der Angeklagte die reduzierte Geldauflage von 9000 Euro zugunsten von gemeinnützigen Organisationen akzeptierte hatte.